Die Einkommensanrechnung Deiner Eltern und Deines Ehegatten

Vater und Tochter leeren Sparschwein für Studium

Die Einkommensanrechnung Deiner Eltern und Deines Ehegatten

Die Höhe Deiner BAföG Förderung ist abhängig von vielen Faktoren: ob Du zuhause oder in einer eigenen Wohnung wohnst, ob Du einen Nebenjob hast und wie viel Du dort verdienst, wie Du krankenversichert bist, wie viel Vermögen Du hast und noch einigen weiteren Kriterien.

Einen großen Einfluss auf Deinen BAföG Höchstsatz hat aber auch das Einkommen Deiner Eltern und das Einkommen Deines Ehepartners, wenn Du schon verheiratet bist.

 

Welchen Einfluss hat das Einkommen meiner Eltern auf meinen BAföG Satz?

 

Grundsätzlich soll das BAföG in erster Linie die Studenten und Schüler unterstützen, die sich aus finanzieller Sicht ein Studium nicht leisten können. Dabei wird berücksichtigt, ob Eltern oder Adoptiveltern die Studenten und Schüler bei der Ausbildung finanziell unterstützen könnten. Deshalb musst Du, wenn Du Deinen BAföG Antrag ausfüllst, auch ganz genau angeben, was Deine Eltern verdienen.

Die Angaben sind ähnlich aufgebaut wie bei der Einkommenssteuererklärung. Am einfachsten ist es, wenn Du diesen Teil des Antrags mit Deinen Eltern gemeinsam ausfüllst.

Damit das BAföG Amt die Informationen auch nachvollziehen kann und Du das Einkommen beweisen kannst, musst Du nicht das aktuelle Einkommen Deiner Eltern angeben. Sondern Du musst das Einkommen angeben, dass Deine Eltern zwei Jahre vor dem Start des Bewilligungszeitraums verdient haben.

Zusätzlich zu diesen Angaben musst Du dem BAföG Amt noch eine Reihe von Dokumenten mitsenden, die Deine Angaben beweisen.

 

Übrigens: Stellst Du den Antrag über meinBafög, generieren wir Dir automatisch Deine persönliche Liste aller notwendigen Dokumente für das Amt!

 

 

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Sonderfall: Meine Eltern verdienen jetzt viel weniger als vor zwei Jahren

 

Eltern gratulieren ihren Kindern zum StudiumManchmal kommt es vor, dass ein Elternteil oder auch beide einen anderen Job annehmen, ihren Job verlieren oder aus sonstigen Gründen aktuell weniger Geld verdienen als vor zwei Jahren. Natürlich wäre es dann unfair, wenn Du nun einen niedrigeren BAföG Satz bekommen würdest. Denn Deine Eltern sind schließlich aktuell nicht mehr in der Lage, Dich so gut finanziell zu unterstützen, wie vor zwei Jahren.

Aus diesem Grund gibt es den Aktualisierungsantrag! Füllst Du diesen aus, wird das aktuelle Einkommen Deiner Eltern bei Deinem BAföG Satz berücksichtigt.

 

Für den Aktualisierungsantrag musst Du Formblatt 7 ausfüllen, dieses findest Du hier.

 

Wie stark wirkt sich das Einkommen meiner Eltern auf meinen BAföG Satz aus?

 

Wir von meinBafög haben einen BAföG Rechner entwickelt, in dem Du genau sehen kannst, wie hoch Deine BAföG Förderung im Bewilligungszeitraum sein wird.

Hierfür stellst Du den Antrag einfach über meinBafög und kannst dann während der Eingabe genau sehen, welche Angabe sich wie auf Deinen BAföG Höchstsatz auswirkt.

Beispielrechnung vom BAföG Rechner von meinBafög

 

Welche Freibeträge gibt es?

 

Deine Eltern müssen natürlich nicht ihr ganzes Einkommen dafür verwenden, um Dir Dein Studium zu ermöglichen. Deshalb gibt es Freibeträge, die bei der Berechnung des Höchstsatzes anrechnungsfrei bleiben.

Die Höhe der Freibeträge ist davon abhängig, ob Deine Eltern zusammen leben, verheiratet oder in einer Lebenspartnerschaft sind oder getrennt sind. Zusammen lebende Eltern haben gemeinsam einen Freibetrag von 1.715€ pro Monat. Sind sie getrennt, liegt der Freibetrag jeweils bei 1.145€ pro Monat. Dieser Freibetrag gilt auch für Deine Ehefrau/Deinen Ehemann.

Sind Deine Eltern neu verheiratet, hast Du also eine Stiefmutter oder einen Stiefvater, erhöht sich der Freibetrag für Dein neu verheiratetes Elternteil um weitere 570€. Deine Stiefeltern selbst sind übrigens Dir gegenüber nicht unterhaltsverpflichtet.

Das Einkommen, was über diesen Freibeträgen liegt, wird nicht komplett Deinem BAföG Höchstsatz angerechnet, sondern nur zu bestimmten Teilen.

 

Meine Eltern zahlen mir Unterhalt – verringert dieser meinen BAföG Höchstsatz?

 

Viele Studenten und Schüler bekommen Unterhalt. Gründe sind meist, dass die Eltern getrennt sind oder eine Einigung mit den Kindern über diese Zahlung haben.

Der Unterhalt ist bei der Berechnung Deines Höchstsatzes nicht relevant. Du musst ihn nirgendwo angeben und er verringert auch keine Zahlungen vom BAföG Amt.

Allerdings gibt es Freibeträge für Deine Geschwister, wenn diese noch unterhaltsberechtigt sind. Der Freibetrag liegt bei 520€. Deshalb musst Du beim BAföG Antrag auch angeben, ob Deine Geschwister noch zuhause wohnen oder sich in einer Ausbildung befinden.

Informationen zu Deiner eigenen Einkommensanrechnung findest Du hier

 

Wann hat das Einkommen meiner Eltern keinen Einfluss auf meinen BAföG Satz?

 

Vater und Tochter leeren Sparschwein für Studium

Es gibt einen Sonderfall, in dem das Einkommen der Eltern keinen Einfluss auf Deinen BAföG Höchstsatz hat. Dies ist der Fall beim elternunabhängigen BAföG.

Hierbei wird nur Dein eigenes Einkommen in die Berechnung des BAföG Satzes einbezogen. Für elternunabhängiges BAföG musst Du einige Voraussetzungen erfüllen. Diese beziehen sich auf die Ausbildungsart und Deinen vorherigen Lebenslauf. Hast Du z.B. schon mehr als 5 Jahre gearbeitet, hast Du Anspruch auf elternunabhängiges BAföG.

Alle weiteren Infos zum elternunabhängigen BAföG findest Du hier.

 

Ist das Einkommen der Eltern auch beim AuslandsBAföG relevant?

 

Egal, ob Du BAföG als Student, Schüler, im Praktikum, der Ausbildung oder fürs Ausland beantragst: das Einkommen Deiner Eltern ist dabei immer relevant (außer beim elternunabhängigen BAföG).

Es gibt allerdings höhere Chancen, AuslandsBAföG zu erhalten. Dies liegt daran, dass beim AuslandsBAföG weitere Förderungen gibt, wie z.B. einen Auslandszuschlag, Zuschüsse zu Krankenversicherung, Fahrtkosten und Studiengebühren.

Den Antrag auf AuslandsBAföG solltest Du also auf jeden Fall stellen, auch wenn Du im Inland kein BAföG bekommst!

 

Welchen Einfluss hat das Einkommen meines Ehepartners?

 

Bist Du schon verheiratet, musst Du das Einkommen Deiner Ehefrau, bzw. Deines Ehemannes angeben. Das Gleiche gilt, wenn Ihr in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebt.

Für das Einkommen Deines Ehegatten gibt es natürlich auch einen Freibetrag, dieser liegt bei 1.145€ pro Monat. Nur das Einkommen, das über diesem Freibetrag liegt, wird anteilig angerechnet. Alles also genauso wie beim Einkommen Deiner Eltern.

Der einzige Unterschied zwischen dem Einkommen Deiner Eltern und dem Deines Ehegatten besteht darin, dass zunächst das Einkommen Deines Ehegatten angerechnet wird und dann das Deiner Eltern.

 

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