Widerspruch gegen den BAföG-Bescheid

Du bist unzufrieden mit dem Bescheid, den Du vom BAföG-Amt bekommen hast? Du kannst dagegen angehen! Wir erklÀren Dir in diesem Beitrag, was Du genau tun musst, um Dich gegen den Bescheid zu wehren!

Du hast Deinen BAföG-Antrag abgeschickt, hast vielleicht sogar schon angefangen, zu studieren oder eine Schule zu besuchen und wartest sehnlichst auf den BAföG-Bescheid.

Denn der BAföG-Bescheid (der eigentlich BAföG-Bewilligungsbescheid heißt) sagt aus, wie viel BAföG Du in Deinem Bewilligungszeitraum bekommen wirst.

Was ist der BAföG-Bescheid eigentlich?

Du schaust jeden Morgen in den Briefkasten, ob er ENDLICH da ist: Der ersehnte BAföG-Bescheid!

Den BAföG-Bescheid erhĂ€ltst Du, nachdem Dein Antrag auf BAföG bearbeitet worden ist. In diesem Brief vom BAföG-Amt steht, ob und wie viel BAföG Du im Bewilligungszeitraum erhalten wirst. Der BAföG-Bescheid ist die rechtliche Grundlage fĂŒr Deine Förderung.

Die Bearbeitung des Antrags kann manchmal etwas lÀnger dauern, womit auch der BAföG-Bescheid lÀnger auf sich warten lÀsst. Deshalb ist es besonders wichtig, dass Du keine Fehler in Deinem Antrag machst, um Fehler zu vermeiden.

NatĂŒrlich ist es wahnsinnig Ă€rgerlich, wenn dieser Bescheid anders ausfĂ€llt, als Du es eigentlich geplant hast.

Es kann vorkommen, dass im BAföG-Bescheid eine viel niedrigere Förderungssumme steht, als Du erwartet hast oder Deine Förderung durch BAföG komplett abgelehnt wird.

Warum steht im BAföG-Bewilligungsbescheid nicht das, was ich erwartet habe?

DafĂŒr gibt es natĂŒrlich verschiedenste GrĂŒnde. Denn die Höhe Deines BAföGs bemisst sich nach unterschiedlichen Variablen – Deinem eigenen Einkommen und Vermögen, Deinen LebensverhĂ€ltnissen und dem Einkommen Deiner Eltern. Mehr erfahren ĂŒber den BAföG-Höchstsatz.

Es gibt drei Szenarien, warum Dein BAföG-Antrag abgelehnt wurde oder Deine Förderungssumme zu niedrig ist:

  1. Du hast tatsÀchlich keinen Anspruch auf BAföG, weil z.B. Deine Eltern zu viel verdienen oder Du zu viel Vermögen hast. Das ist Àrgerlich, aber daran kannst Du nicht viel Àndern.
  2. Das BAföG-Amt hat sich vertan und die Berechnung ist falsch. In Deinem Bescheid kannst Du sehen, wie sich die Berechnung zusammensetzt. Sind dort andere Angaben eingetragen als die, die Du in Deinem BAföG-Antrag gemacht hast, dann musst Du das Amt darauf aufmerksam machen.
  3. Das BAföG-Amt hat sich nicht vertan (die Angaben sind also genau so, wie Du sie auch im Antrag gemacht hast), aber Du bist Dir trotzdem sicher, dass Du einen Anspruch auf BAföG hast. Dann musst Du einen Widerspruch gegen den BAföG-Bescheid erheben oder sogar dagegen klagen. Wie das funktioniert und welche Möglichkeiten sich Dir bieten, erfÀhrst Du im Folgenden.

Widerspruch und Klage gegen einen BAföG-Bescheid erheben

Das BAföG-Amt kannst Du nicht einfach verklagen. Vorher muss die Entscheidung durch das Amt, Dich nicht mit BAföG zu fördern, in einem behördlichen Vorverfahren ĂŒberprĂŒft werden. Dieses Vorverfahren nennt sich Widerspruchsverfahren. Der Ablauf dieses Widerspruchsverfahrens ist abhĂ€ngig von den einzelnen BundeslĂ€ndern.

Möglichkeit 1:
In manchen BundeslÀndern ist das Widerspruchsverfahren abgeschafft worden. Du kannst Dir aussuchen, ob Du direkt gegen das BAföG-Amt klagen möchtest, oder zunÀchst einen Widerspruch gegen den Bescheid einlegen möchtest.

Möglichkeit 2:
In anderen BundeslÀndern muss vor der Klage ein Widerspruch eingelegt werden, Du hast hier also keine Auswahlmöglichkeit.

Am Ende Deines Bescheids findest Du auch selbst die Antwort darĂŒber, wie der weitere Ablauf des Verfahrens ist. Angeheftet an Deinen Bescheid ist eine Rechtsbehelfsbelehrung. Dort findest Du Informationen darĂŒber, ob Du einen Widerspruch einlegen musst oder nicht und wie lange Du eine Widerspruchsfrist hast. So hast Du schon einmal Klarheit ĂŒber die behördlichen Gegebenheiten.
Die Widerspruchsfrist betrĂ€gt einen Monat. Das bedeutet, dass Du einen Monat Zeit dafĂŒr hast, dass der Widerspruch gegen Deinen BAföG-Bescheid beim BAföG-Amt eingeht. Die Widerspruchsfrist beginnt mit der Bekanntgabe des Bescheids (achte also auf das Datum Deines Bescheids).

Wie muss so ein Widerspruch gegen den BAföG-Bescheid nun aussehen?

Im Internet gibt es viele Muster fĂŒr den Widerspruch. Du kannst diesen Brief aber auch selbst schreiben.

Wichtig sind folgende Komponenten des Briefes:

  • Der Betreff: Dieser ist Dein vollstĂ€ndiger Name, den Du auch schon im BAföG-Antrag angegeben hast, sowie Deine Förderungsnummer. Diese erhĂ€ltst Du mit dem Bescheid vom BAföG-Amt.
  • Das aktuelle Datum (das BAföG-Amt wird sich darauf beziehen, außerdem ist es wichtig, um zu belegen, dass Du die Widerspruchsfrist einhĂ€ltst)
  • Das Datum des Bescheids (findest Du auf dem Bescheid)
  • Die klare Aussage, dass Du mit dem Bescheid nicht einverstanden bist

Eine inhaltliche ErlĂ€uterung fĂŒr Deinen Widerspruch ist prinzipiell nicht nötig, aber empfehlenswert. Dadurch erkennt das BAföG-Amt, welchen Fehler es gemacht haben.

Und dann ist es natĂŒrlich wichtig, dass Du diesen Widerspruch an die richtige Behörde, also Dein zustĂ€ndiges BAföG-Amt sendest!
Du musst dabei nicht zwingend begrĂŒnden, warum Du einen Widerspruch einreichst. Allerdings ist es sinnvoll, diese BegrĂŒndung vorzunehmen. Die Behörde wird dann nĂ€mlich dazu gezwungen, sich mit Deinen Argumenten und ggf. einem neuen Sachverhalt auseinanderzusetzen.
Dein Widerspruch muss dabei auf jeden Fall schriftlich erfolgen! Ein Widerspruch per Mail ist nicht zulÀssig!

Wenn es schnell gehen muss mit dem Bescheid

Du hast oben ja schon gelesen, dass die Widerspruchsfrist einen Monat nach Bekanntgabe des BAföG-Bescheids betrĂ€gt. Manchmal kann es dann natĂŒrlich auch eng mit dem Widerspruch werden und Du hast Dir noch nicht so viele Gedanken ĂŒber die Formulierung der GrĂŒnde gemacht.

Das Wichtigste ist also erstmal, den Widerspruch fristwahrend einzureichen. Die BegrĂŒndung des Widerspruchs kannst Du dann die BegrĂŒndung mit einem gesonderten Schreiben nachreichen.

Warum ist ein Widerspruchsverfahren vom BAföG-Amt gewĂŒnscht?

Durch das Widerspruchsverfahren hat das zustĂ€ndige BAföG-Amt die Gelegenheit, sich selbst zu kontrollieren. Denn wir sind alle nur Menschen – Fehler können passieren. Durch das Verfahren kann das Amt die RechtmĂ€ĂŸigkeit und ZweckmĂ€ĂŸigkeit der Entscheidung, die es ĂŒber Deinen Bescheid gefĂ€llt hat, ĂŒberprĂŒfen.

Nach der ÜberprĂŒfung durch das Amt bekommst Du einen Widerspruchsbescheid, in dem Dir die Entscheidung des Amts mitgeteilt wird.
Entweder bekommst Du einen neuen BAföG-Bescheid mit der Förderung, die Du auch bekommen möchtest, oder das Amt teilt Dir mit, dass es Deinen Widerspruch nicht annimmt – Du bekommst also immer noch keine BAföG-Förderung! Dann hast Du die Möglichkeit zur Klage vor dem Verwaltungsgericht.

Klage vor dem Verwaltungsgericht – so klagst Du Dein BAföG ein

Auch eine Klage – genauso wie der Widerspruch – hat eine Frist zur Einreichung. Diese betrĂ€gt auch einen Monat. Das bedeutet: Nach Bekanntgabe des Widerspruchsbescheids durch das Amt hast Du einen Monat Zeit, um die Klage einzureichen.

Gab es kein vorgeschriebenes Widerspruchsverfahren und Du hast auf den Widerspruch verzichtet, dann hast Du einen Monat nach Bekanntgabe des BAföG-Bescheids Zeit, die Klage einzureichen.

Auch die Einreichung der Klage muss schriftlich erfolgen.
Diese Klage wird beim Verwaltungsgericht eingereicht, dem zustĂ€ndigen Amt fĂŒr BAföG-Fragen.

Du möchtest Deinen BAföG-Bescheid kostenlos auf Fehler prĂŒfen lassen?

Das kannst Du ganz einfach & kostenlos mit unserem Partner-Anwalt John Haug machen. Ruf John einfach an und er bespricht mit Dir Deinen Fall.

Rechtsanwalt John Haug
Hahnenhausstr. 11
42719 Solingen

Telefon: +49 212 59620054
Fax: +49 212 59620055
Email: j.haug@haug-recht.de

Vor dem Verwaltungsgericht gibt es keinen Anwaltszwang. Du kannst Dich also dazu entscheiden, keinen Anwalt einzuschalten.
Allerdings ist es ratsam, trotzdem bei einer Klage einen Rechtsanwalt einzuschalten. Denn sowohl rechtlich als auch tatsĂ€chlich sind die Konstellationen oft schwierig.Entscheidet das Verwaltungsgericht nicht so, wie Du es Dir vorgestellt hast, dann kannst Du in Berufung gehen und ĂŒber den Bescheid muss erneut entschieden werden. Das nennt sich dann die zweite Instanz. Die Klage geht dann vor das Oberverwaltungsgericht, bzw. den Verwaltungsgerichtshof.

In dieser zweiten Instanz ist es zwingend vorgeschrieben, einen Rechtsanwalt zu haben.
Ein Anwalt bedeutet natĂŒrlich auch Kosten. Doch es gibt Möglichkeiten, Prozesskostenhilfe zu beantragen. Das ist ein Beitrag vom Staat dafĂŒr, dass Du Dir den Anwalt leisten kannst. Denn Du hast in Deutschland das Recht, fĂŒr Deine Überzeugungen und Dein Recht zu klagen. FĂŒr diese Prozesskostenhilfe musst Du bestimmte Voraussetzungen erfĂŒllen, darfst also nicht genug verdienen.

Um Prozesskostenhilfe zu beantragen musst Du die Unterlagen ĂŒber Deine persönlichen und wirtschaftlichen VerhĂ€ltnisse vollstĂ€ndig beifĂŒgen. Die UnterstĂŒtzung bekommst Du aber nur, wenn Deine Klage Aussicht auf Erfolg hat. Mutwillige Klagen werden nicht unterstĂŒtzt. Der Verwaltungsrichter entscheidet darĂŒber, ob Dir die Prozesskostenhilfe bewilligt wird. Dann hast Du zwei Möglichkeiten:

  • Die Klage zurĂŒcknehmen
  • Das Verfahren auf Dein Eigenes Kostenrisiko weiterfĂŒhren.

Du hast eine Rechtsschutzversicherung? Dann sind die Klage und die Bezahlung des Anwalts natĂŒrlich einfacher. Allerdings hast Du dann – logischerweise – auch keinen Anspruch auf Prozesskostenhilfe.

Wann wird der BAföG-Bescheid verschickt?

Der BAföG-Bescheid wird vom BAföG-Amt an Dich verschickt, sobald dieses Deinen Antrag geprĂŒft hat. Aus Deinen Angaben ergibt sich dann die Summe, mit der Du gefördert wirst.

Der BAföG-Bescheid bezieht sich dabei immer auf den Bewilligungszeitraum.

Wann kommt das BAföG nach dem Bescheid?

Das BAföG wird jeweils zum Anfang des Monats ausgezahlt. In Deinem Antrag legst Du fest, in welchem Zeitraum Du BAföG erhalten möchtest. Die erste BAföG-Zahlung bekommst Du somit am Anfang des Monats, in dem Dein Bewilligungszeitraum beginnt.

Was steht im BAföG-Bescheid? Wie sieht der Bescheid aus?

Im BAföG-Bescheid steht genau, mit welcher Summe Du im Bewilligungszeitraum und somit in den nÀchsten Monaten gefördert wirst. Es ist gar nicht so schwierig, ihn zu verstehen.

Der Bescheid ist in mehrere Teile aufgeteilt, in denen Du folgende Informationen findest:

  • Die genauen Daten zu Deinem Bewilligungszeitraum, also fĂŒr die Zeit, in der Du BAföG erhĂ€ltst. Wenn der Bewilligungszeitraum vorbei ist, musst Du einen neuen Antrag auf BAföG stellen.
  • Deinen monatlichen Bedarf. Dies ist der Grundbedarf (meist die höchste Summe), sowie evtl. die Mietkostenpauschale, Kinderbetreuungszuschlag, ZuschlĂ€ge zur Kranken- und Pflegeversicherung.
  • Eine Übersicht ĂŒber Dein Einkommen und Vermögen im Bewilligungszeitraum.
  • Eine Übersicht ĂŒber das Einkommen Deiner Eltern bzw. Deiner Ehefrau/Deines Ehemannes.
  • Und schließlich Deine monatliche Förderungssumme!

Wer kann den BAföG-Bescheid prĂŒfen?

Ganz unverbindlich und kostenlos prĂŒft unser Partner-Anwalt John Haug gerne Deinen BAföG-Bescheid. Er hilft Dir dabei, herauszufinden, ob der Bescheid Fehler aufweist und ob die richtige Förderungssumme berechnet wurde.

Über ihn kannst Du auch einen Widerspruch und sogar eine Klage gegen den BAföG-Bescheid anstreben.

Du möchtest Deinen BAföG-Bescheid kostenlos auf Fehler prĂŒfen lassen?

Das kannst Du ganz einfach & kostenlos mit unserem Partner-Anwalt John Haug machen. Ruf John einfach an und er bespricht mit Dir Deinen Fall.

Rechtsanwalt John Haug
Hahnenhausstr. 11
42719 Solingen

Telefon: +49 212 59620054
Fax: +49 212 59620055
Email: j.haug@haug-recht.de

meinBafoeg CTA
Du möchtest wissen wie viel BAföG Du bekommst?

Klick Dich in weniger als 2min durch unseren BAföG-Test. Finde heraus ob Du BAföG bekommst und wenn ja, wie viel!

meinBafoeg CTA

Du möchtest wissen wie viel BAföG Du bekommst?

Klick Dich in weniger als 2min durch unseren BAföG-Test. Finde heraus ob Du BAföG bekommst und wenn ja, wie viel!