Elternunabhängiges BAföG beantragen

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Elternunabhängiges BAföG beantragen

Die Auszahlung von BAföG ist normalerweise abhängig vom Einkommen und dem Besitz Deiner Eltern. Jedoch gibt es auch Situationen, in denen dieses Einkommen bei der Berechnung des BAföGs nicht relevant ist. Dieser Fall nennt sich Elternunabhängiges BAföG. Diese Förderung ist unabhängig von dem, was Deine Eltern verdienen. Nur Dein eigenes Einkommen wird bei diesem Fall in die Berechnung Deines Höchstsatzes beim elternunabhängigen BAföG einbezogen.

Elternunabhängiges BAföG gibt es als StudentenBAföG oder als SchülerBAföG, z.B. für Dein Abitur auf einem Abendgymnasium. Alle Voraussetzungen listen wir Dir im folgenden Text auf und erklären Dir, wie Du elternunabhängiges BAföG beantragst.

 

Jetzt Elternunabhängiges BAföG beantragen!

 

Elternunabhängiges BAföG – das sind die Voraussetzungen!

 

Die Altersgrenze für elternunabhängiges BAföG oder BAföG ab 30Mit meinBafög.de elternunabhängiges BAföG beantragen

Grundsätzlich bekommst Du BAföG nur, wenn Du bei Beginn Deines Ausbildungsabschnitts unter 30 Jahre alt, beim Master unter 35 Jahre alt bist.

Es gibt jedoch einige Ausnahmefälle, die persönlich oder familiär sein können. Ein Grund dafür, dass Du BAföG bekommst, auch wenn Du über 30 bist, wäre, dass Du die Fachhochschule- bzw. Hochschulreife auf dem zweiten Bildungsweg erlangt hast und dadurch älter als 30 bist. Dies passiert z.B. wenn Du ein Kolleg oder Abendgymnasium besucht hast, um Dein Abitur zu machen. In diesem Fall musst Du aber direkt nach der Hochschulreife mit dem Studium beginnen.

Auch wenn Du die Hochschulreife durch Deine beruflichen Qualifikationen erlangst, darfst Du für BAföG über 30 sein. Allerdings gibt es auch persönliche und familiäre Gründe, durch die Dein Studium nach hinten verschoben werden kann. Darunter fällt z.B. die Kindererziehung und Schwangerschaft, die Betreuung behinderter oder hilfebedürftiger Kinder, eine Erkrankung oder Behinderung, das Durchfallen im Auswahlverfahren oder eine mindestens 8-jährige Dienstzeit bei Bundeswehr oder Polizei, die Du vor Deinem 23. Lebensjahr begonnen hast.

Mehr Infos dazu gibt es im Text über den BAföG Anspruch.

Sollte einer der obengenannten Fälle auf Dich zutreffen, bekommst Du Elternunabhängiges BAföG.

 

Erwerbstätigkeit und elternunabhängiges BAföG

Du warst zwischen Deinem 18. Geburtstag und dem Beginn Deines neuen Ausbildungsabschnitts schon erwerbstätig, hast also gearbeitet? Dann hast Du die Chance auf Elternunabhängiges BAföG. Darunter fällt, wenn Du bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen hast und danach gearbeitet hast. Bei einer zweijährigen Ausbildung musst Du 5 Jahre gearbeitet haben, bei einer dreijährigen Ausbildung 3 Jahre. Dein durchschnittlicher Bruttolohn muss dabei 478,80€, bzw. 778,80€ (wenn Du nicht zuhause gewohnt hast), betragen haben. Eine frühere Erwerbstätigkeit bietet Dir somit die Chance, unabhängig vom Einkommen Deiner Eltern BAföG zu beantragen.

Als Erwerbstätigkeit gilt Vollzeitarbeit, Teilzeitarbeit oder selbstständige Arbeit. Du musst nicht zwangsweise fünf Jahre am Stück gearbeitet haben. Dazu gelten allerdings keine Ferienjobs.

 

Ein Beispiel zu: Erwerbstätigkeit und elternunabhängiges BAföG

Lisa hat nach ihrem Abitur zunächst eine Ausbildung als Bürokauffrau gemacht und danach in dem Betrieb noch 3 Jahre gearbeitet. Im Schnitt lag ihr Lohn bei 1.200€ brutto in den sechs Jahren. Nun ist sie 26, möchte sich weiterbilden und in München BWL studieren. Aufgrund ihrer Erwerbstätigkeit kann sie elternunabhängiges BAföG beantragen!

 

Welche Tätigkeiten werden beim elternunabhängigen BAföG noch angerechnet?

  • Wehr- oder Zivildienst
  • freiwilliges soziales Jahr
  • Bundesfreiwilligendienst
  • Haushaltstätigkeit im eigenen Haushalt mit einem behinderten oder auf Hilfe angewiesenes Kind unter 10 Jahren
  • Arbeitsunfähigkeit aufgrund von Krankheit
  • gesetzlicher Mutterschutz
  • Erwerbsunfähigkeit
  • Maßnahmen zur medizinischen oder beruflichen Rehabilitation
  • Maßnahmen zu beruflichen Weiterbildung (§§ 77 ff. SGB III)
  • Leistungen wie Arbeitslosengeld 1 oder Krankengeld empfangen, die 100% des Bedarfssatzes entsprachen (ALG 2 zählt hier nicht rein)
  • Arbeitslosigkeit (nur, wenn Du während dieser Zeit keine Ausbildung gemacht hast, die BAföG förderungswürdig war)

Du hast schon einmal studiert, das Studium abgebrochen und im Anschluss fünf Jahre gearbeitet? Dann gilt Dein neues Studium als neuer Ausbildungsabschnitt. Bei einem zweiten Studium hast Du also die Berechtigung für elternunabhängiges BAföG.

 

BAföG und der zweite Bildungsweg – Elternunabhängiges SchülerBAföG

 

Dein Abi kannst Du nicht nur auf einem Gymnasium oder einer Gesamtschule erzielen, sondern auch auf einem Abendgymnasium oder Kolleg. Beim Abitur auf dem zweiten Bildungsweg bekommst Du somit elternunabhängiges BAföG! Das Ziel Deines Schulbesuchs muss das Abitur sein.

 

Du willst danach noch studieren? Dann wirst Du wahrscheinlich nicht noch einmal elternunabhängig gefördert und musst einen neuen Antrag auf BAföG stellen. Je nach Deiner Situation wirst Du dann „ganz normal“ gefördert oder unabhängig von Deinen Eltern. Mehr Infos zu Deinem Anspruch findest Du im Text über den BAföG-Anspruch.

 

Deine Eltern sind nicht auffindbar oder Du kennst Deine Eltern nicht?

Normalerweise musst Du beim Ausfüllen Deines BAföG-Antrags Angaben zu Deinen Eltern und deren Einkommen machen. Manchmal gibt es allerdings den Fall, dass Deine Eltern nicht auffindbar sind. Ein Beispiel dafür wäre, dass Du Deine Eltern nicht kennst und auch Nichts über ihren Aufenthaltsort herausfinden kannst.

Du musst dem BAföG-Amt dann schriftlich versichern, dass Du den Aufenthaltsort Deiner Eltern nicht kennst, Du keine Kontaktperson zu Deinen Eltern kennst und keinen Unterhalt von ihnen  bekommst. Denn dann wirst Du unabhängig von Deinen Eltern mit der staatlichen Förderung BAföG gefördert.

 

Übrigens: Wenn Deine Eltern nicht auffindbar sind und Du den BAföG-Antrag über unser Tool stellst, generieren wir Dir automatisch einen Rechtstext, mit dem Du Elternunabhängiges BAföG beantragen kannst.

 

Leider gibt es natürlich auch den Fall, dass Deine Eltern verstorben sind und Dich deshalb nicht mehr finanziell unterstützen können. Natürlich hast Du dann auch Anspruch auf Elternunabhängiges BAföG. Deine Waisenrente wird dann allerdings angerechnet und Du musst sie im BAföG-Antrag angeben.

 

In diesen Fällen kannst Du elternunabhängiges BAföG beantragen und das Einkommen Deiner Eltern bleibt unbeachtet.

 

Du kannst bei meinBafög auch elternunabhängiges BAföG beantragen! Hierfür wählst Du im Antrag bei der Frage, ob Du elternunabhängiges BAföG beantragen willst, einfach „Ja“ aus.

 

Welche Förderungshöhe ist bei Elternunabhängigem BAföG für mich drin?

Das BAföG-Amt ermittelt für Dich einen persönlichen BAföG-Höchstsatz. Dafür gibst Du bei Deinem BAföG-Antrag an, welches Vermögen Du besitzt, welches Einkommen Du im Bewilligungszeitraum haben wirst (z.B. durch einen Nebenjob während Deines Studiums), welche Ausgaben Du hast, wie viele Geschwister Du hast und (normalerweise) wie viel Deine Eltern verdienen.

Beim normalen BAföG-Antrag ermittelt das BAföG-Amt dann, ob Deine Eltern in der Lage sind, Dich selbst finanziell zu unterstützen oder ob Du eine staatliche Förderung bekommst.

Beim Elternunabhängigen BAföG fällt die Frage nach dem Einkommen und Vermögen Deiner Eltern weg, da deren finanzielle Situation nicht in die Berechnung Deines BAföG-Höchstsatzes einbezogen wird. Auch der Geschwister-Freibetrag, der normalerweise vom Einkommen der Eltern abgezogen wird, fällt damit weg. Aber keine Angst: Deine Geschwister sind Dir gegenüber nicht unterhaltsverpflichtet. Beim Elternunabhängigen BAföG wird das Einkommen Deiner Familie somit nicht berücksichtigt.

 

Anspruch auf Elternunabhängiges BAföG, wenn Du verheiratet bist?

Natürlich kannst Du Elternunabhängiges BAföG bekommen, wenn Du verheiratet bist. Allerdings musst Du dann angeben, wie viel Deine Partnerin, bzw. Dein Partner verdient. Je höher das Einkommen Deines Partners ist, desto geringer wird Dein BAföG-Höchstsatz. Denn der Staat geht davon aus, dass dann Deine Partnerin oder Dein Partner Dich finanziell bei Deinem Studium oder Deiner Schulausbildung unterstützen kann.

 

 

Elternunabhängiges BAföG und dessen Rückzahlung

5 Jahre, nachdem Deine Regelstudienzeit vorbei ist, musst Du die Förderung, die Du vom Staat bekommen hast, wieder zurückzahlen. Allerdings beschränkt sich die Rückzahlung beim elternunabhängigen BAföG auf die Hälfte der Förderung (die andere Hälfte bekommst Du als Geschenk). Außerdem ist die Rückzahlung gedeckelt auf 10.000€.

50% Deiner Förderung bekommst Du also als zinsfreies Darlehen vom Staat, die anderen 50% sind ein Geschenk und eine Unterstützung vom Staat.

Diese Rückzahlungs-Regeln gelten für Studenten und für das AuslandsBAföG.

SchülerBAföG gibt es als Vollzuschuss, es muss also nicht zurückgezahlt werden!!!!

 

Alle weiteren Regeln zur Rückzahlung, z.B: wann kommt der Bescheid auf Dich zu, Infos zur Freistellung und zur Stundung der BAföG-Rückzahlung und ein Trick zur kompletten Rückzahlung Deiner BAföG-Förderung findest Du in unserem Artikel zur BAföG-Rückzahlung.  

 

 

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