Steuerfreibetrag als Student – Das darfst Du verdienen

Author: Alexander Rodosek
Zuletzt geändert durch Redaktion am: 9. September 2022

Kaum ein Student kann seine Studienzeit ohne Job finanziell stemmen. Die meisten Studierenden hangeln sich sogar zwischen mehreren Studentenjobs hin und her. Egal ob in der Gastro oder als Werksstudent in einer Agentur – das Geld wird meist dringend benötigt, um den Lebensunterhalt zu finanzieren.

Aber muss man als Student Steuern zahlen? Wenn ja, ab wann bzw ab wie viel Euro muss man Steuern zahlen? Die Frage ist berechtigt und für viele sogar essentiell, denn gehen von dem eh schon knappen und sauer verdienten Gehalt aus dem Nebenjob noch steuerliche Abgaben weg, könnte es beim ein oder anderen finanziell eng werden.

Das Wichtigste in Kürze

Schon einmal das Wichtigste für dich: es gibt einen Steuerfreibetrag für Studierende. Liegt dein Einkommen darunter, brauchst du keine Steuern bezahlen.

Wird dir von deinem Lohn trotzdem bereits eine Lohnsteuer abgezogen, kannst du sie dir zurückholen. Dafür musst du eine Steuererklärung machen. Wenn du einen regulären 520-Euro-Job (Änderung: Oktober 2022) hast, liegst du in jedem Fall darunter und brauchst keine Steuerzahlungen befürchten.

Definition: Was ist der Steuerfreibetrag?

Du magst du jetzt vielleicht fragen, was der Steuerfreibetrag überhaupt ist. Das ist eine feste Summe, für die der Steuerpflichtige keine Steuern zahlen muss. Der Staat entlastet damit all diejenigen, die kein sonderlich hohes Einkommen haben. Allerdings ist der Betrag nicht immer der Gleiche, sondern berechnet sich jedes Jahr gemessen an der Wirtschaftssituation und der Inflation neu.

Falls du mit deinem Einkommen darunter liegst, bist du auch lohnsteuerbefreit. Da die Lohnsteuer jedoch immer gleich direkt vom Gehalt abgeht, kannst bzw. musst du dir die Lohnsteuer zurückholen.

Wie hoch ist der Steuerfreibetrag & wie viel darf man als Student verdienen?

Da sich der genaue Steuerfreibetrag jedes Jahr leicht ändert, solltest du ihn im Auge behalten. Wie viel man als Student verdienen darf, ohne dabei steuerpflichtig zu sein, hängt nämlich ganz davon ab. Der Steuerfreibetrag für Studierende (ledig) liegt 2022 bei 10.347 Euro. Im Vergleich dazu lag er 2021 noch bei 9.477 Euro. Verheiratete Studierende können gemeinsam mit ihrem Partner den doppelten Steuerfreibetrag nutzen – also 20.694 Euro.

Ganz generell kann man sagen, dass der Steuerfreibetrag jedes Jahr ein klein wenig nach oben geht. Hier mal in der Übersicht die Entwicklung der letzten Jahre:

Jahr  Steuerfreibetrag
2012 8.004 €
2013 8.130 €
2014 8.354 €
2015 8.472 €
2016 8.652 €
2017 8.820 €
2018 9.000 €
2019 9.168 €
2020 9.408 €
2021 9.744 €
2022 10.347 €

Lohnsteuer als Werkstudent fällt für dich also nur dann an, wenn du mit deinem Verdienst über den Steuerfreibetrag kommst. Bei regulären 520-Euro-Jobs ist das nie der Fall, bei den meisten Werkstudenten-Jobs ebenfalls nicht.

Hier eine einfache Rechnung zur besseren Veranschaulichung: Steuerfreibetrag: 10.347 – geteilt durch 12 (Monate) ergibt einen Freibetrag von 862,25 Euro.
Wenn du nur 520 verdienst, liegst du ergo deutlich darunter.

Was passiert wenn ich mehr verdiene als der Steuerfreibetrag?

Wenn du von der besonders fleißigen Sorte bist oder einen gut bezahlten Werkstudenten-Job hast – vielleicht sogar mehrere -, kann es vorkommen, dass du mit deinem Einkommen die Steuerfreigrenze überschreitest. In dem Fall wird jedoch nur der überschüssige Betrag versteuert.

Hierbei solltest du allerdings beachten, dass dann das Kindergeld deiner Eltern gekürzt oder gestrichen wird und auch wenn du BAföG beziehst, gelten für dich andere Regeln.

Beachten solltest du hier unbedingt, dass du auch bei einer Überschreitung des Freibetrags maximal 20 Stunden pro Woche arbeiten darfst, da dir ansonsten dein Studierendenstatus aberkannt wird.

Noch tieferes Wissen zum weiteren Thema Werkstudent und Minijob gleichzeitig erfährst du hier.

Zählt Bafög zum Steuerfreibetrag dazu?

Dein BAföG zählt nicht direkt zu dem Verdienst dazu, den du im Rahmen deines Steuerfreibetrages verdienen darfst. Es wird also nicht als Gehalt angesehen, sondern als Darlehen gewertet.

Du musst es daher auch nicht in den Verdienst mit einrechnen, den du haben darfst, ohne Steuern bezahlen zu müssen. Jedoch solltest du in deiner Steuerklärung immer angeben, ob du eine BAföG-Förderung beziehst. Besonders wenn du deinen Grundfreibetrag überschreitest – denn das kann sich am Ende auf deine BAföG-Förderung auswirken.

Ist der Grundfreibetrag und der Steuerfreibetrag für Studenten das Gleiche?

Wenn du dich mit dem Thema Steuern und Steuererklärung beschäftigst, wird dir früher oder später das Wort Grundsteuerfreibetrag begegnen. Der Grundfreibetrag und der Steuerfreibetrag sind das gleiche. Hier also bitte nicht verwirren lassen.

Welche Steuerklasse bin ich als Student?

Zugegeben – die verschiedenen Steuerklassen sind wirklich ein Buch mit sieben Siegeln. Auch wenn du dich schon mal gefragt hast, welche Steuerklasse du als Student bist, lässt sich das leider nicht so pauschal beantworten. Es gibt tatsächlich verschiedene Steuerklassen für Studenten. Sie sind von deiner persönlichen Lebenssituation abhängig.

Steuerklasse 1

Die Steuerklasse, die du als lediger Student hast, ist die Steuerklasse 1. Sie gilt für alle ledigen und dauerhaft getrenntlebenden Verheirateten. Die meisten Studenten gehören dieser Steuerklasse an.

Steuerklasse 4

In Steuerklasse 4 kommst du, wenn du heiratest. Du bist dann, wie dein Ehepartner auch, automatisch in Steuerklasse 4.

Steuerklasse 6

Solltest du mehr als einen Nebenjob haben, fällst du ab dem zweiten Job automatisch in Steuerklasse 6.

Wenn du als Student der Steuerklasse 6 zugeordnet wirst, solltest du eines beachten, um nicht allzu hohe Steuerausgaben zu haben: alle Zweit- oder Drittjobs werden in Steuerklasse 6 eingestuft. Sprich, du landest nicht mit deinen gesamten Jobs in dieser Steuerklasse, sondern nur mit denen, die deinem Erstjob folgen. Da du in dieser Klasse die meisten Abzüge hast, solltest du immer die Jobs mit dem geringsten Verdienst dieser Steuerklasse für Studenten zuordnen.

Wann und wie ändere ich meine Steuerklasse?

Frei nach Wahl kannst du deine Steuerklasse leider nicht ändern. Steuerklassen ändern sich beispielsweise bei einer Heirat – hier kannst du die Steuerklasse zwischen den Kombinationen 3/5 und 4/4 wählen – je nachdem welcher der beiden Partner mehr verdient macht die eine oder andere Lösung Sinn.

Als Single bist du automatisch in Steuerklasse 1. Mit deinen Zweit – oder Drittjobs automatisch in Steuerklasse 6. Hier kannst du lediglich mit der Angabe deines ersten, zweiten und dritten Jobs ein wenig jonglieren.

Fazit

Mit einem regulären 450 Euro Job brauchst du dir über eine Steuerpflicht als Student keine weiteren Gedanken machen. In der Regel auch nicht mit einem Werkststudentenjob. Da du die Arbeitszeit von 20 Stunden die Woche nicht überschreiten darfst, kommen Studierende selten über den Grundfreibetrag hinaus. Wird deine Lohnsteuer automatisch einbehalten, mach in jedem Fall eine Steuererklärung und hole sie dir auf diesem Weg zurück!

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