Bildungsfond – einfach erklärt | Ratgeber für Studenten

Author: Alexander Rodosek
Zuletzt geändert durch Redaktion am: 4. August 2022



Tatsächlich haben viele Studierende noch nichts oder nur sehr wenig zum Thema Bildungsfonds gehört. Dabei können diese Fonds – neben BAföG und den vielen anderen Möglichkeiten – ebenfalls ein guter Weg sein, um sein Studium zu finanzieren. Wir wollen dem Thema daher einen Beitrag widmen und dir auch diese Möglichkeit einmal vorstellen.

Was ist ein Bildungsfond?

Was ist ein Bildungsfond überhaupt? Bildungsfonds sind in der Regel Investmentfonds, die Studierende während ihres Studiums unterstützen.
Der Bildungsfond beinhaltet meist einen Fixbetrag, mit dem du deine Lebenshaltungskosten decken kannst, sowie weitere Unterstützungen wie beispielsweise Networking, berufsvorbereitende Kurse oder Soft-Skill-Entwicklungen.

Nach Beendigung des Studiums muss meist ein bestimmter Anteil des Fonds zurückgezahlt werden. Dabei kann die Rückzahlung abhängig oder unabhängig vom zukünftigen Verdienst sein. So können Renditen für die Fondsanleger generiert werden.

Welche Abschlüsse können mit einem Bildungsfond finanziert werden?

Mit einem Bildungsfond können generell hochschulanerkannte Abschlüsse finanziert werden. Es ist sowohl die Finanzierung eines Bachelorstudiums, die Förderung für ein Masterstudium oder die Finanzierung einer Promotion über den Weg des Bildungsfonds denkbar. Dabei kommt es auf den jeweiligen Bildungsfond an. Nicht alle finanzieren generell alle Abschlüsse, sondern du musst einen jeweils zu deinem angestrebten Abschluss passenden wählen.

Welche unterschiedlichen Arten von Bildungsfonds gibt es?

Bildungsfonds gibt es sowohl von institutionellen als auch von privaten bzw. gewerblichen Anbietern. Letztere arbeiten dabei mit Gewinnerzielungsabsicht. Die Rendite für die Fondsanleger spielt hierbei eine große Rolle.

Institutionelle Fonds können beispielsweise hochschuleigene (die TU München bietet sie an) oder fächerübergreifende Bildungsfonds sein. Sie sind nicht gewinnorientiert, sondern werden aus einer gesellschaftlichen Verantwortung heraus angeboten.

Zusätzlich unterscheidet man zwischen einkommensabhängigen und verdienstunabhängigen Fonds. Dieser Unterschied betrifft, wie bereits oben angeschnitten die Art der späteren Rückzahlung.

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Einkommensabhängige Bildungsfonds

Der einkommensabhängige Bildungsfond ist, wie der Name bereits verrät, in seiner Rückzahlung abhängig vom späteren Einkommen. In der Regel funktioniert die Mehrzahl der Bildungsfonds nach diesem Prinzip.

Die Rückzahlung startet hier erst nach erfolgreichem Eintritt ins Berufsleben und erfolgt abhängig von deinem jeweiligen Einkommen. Du zahlst, innerhalb einer festgelegten Zeitspanne, einen prozentualen Anteil deines Bruttogehalts an den Bildungsfond zurück.

Die Summe wird also individuell unter Berücksichtigung deines Gehaltes ermittelt. Vorteil dabei ist: die Rückzahlungsform lässt sich gut kalkulieren und bewahrt dich vor einer Überschuldung, denn du startest damit wirklich erst dann, wenn du im Job angekommen bist und dein Gehalt verdienst.

Auch ist die Rückzahlung nach oben hin begrenzt und kann gegebenenfalls – wie beispielsweise bei andauernder Arbeitslosigkeit – sogar ganz entfallen.

Verdienstunabhängige Bildungsfonds

Bei den verdienstunabhängigen Bildungsfonds ist die Rückzahlungsrate von Beginn an fest, ganz unabhängig von deinem tatsächlichen Einkommen. So kann bei Vertragsabschluss beispielsweise genau feststehen, dass du über 48 Monate hinweg eine Rate von 250 Euro abbezahlen musst. Ob und wie viel du zum Zeitpunkt der Rückzahlung tatsächlich verdienst, ist dabei unberücksichtigt.

Diese Form des Bildungsfonds gleicht eher einem Darlehen im klassischen Sinn.

Gibt es bestimmte Voraussetzungen für Bildungsfonds?

Der Erhalt eines Bildungsfonds ist an bestimmte Voraussetzungen geknüpft, die sich je nach Fond und Anbieter voneinander unterscheiden können. In der Regel zählt aber die Aussicht auf einen gut bezahlten Job nach dem Studium als Grundvoraussetzung.

Nach welchen Maßstäben entschieden wird, ob deine Aussichten auf einen erfolgreichen Berufseinstieg gut genug sind, hängt vom jeweiligen Anbieter ab.

Eine Rolle spielen dabei bis zu einem gewissen Maß natürlich immer auch deine aktuellen Noten. Auch spielt das Studienfach meist eine Rolle, da man davon ausgeht, dass Mediziner und Juristen beispielsweise mehr verdienen werden als Altphilologen.

Oft wird außerdem in einem persönlichen Gespräch ausgewählt – wer sich hier gut verkaufen kann, dem wird meist auch mehr Erfolg im Berufsleben attestiert.

Wer bietet Bildungsfonds an und wie bewerbe ich mich?

Es gibt verschiedene Anbieter von Bildungsfonds. In der Regel erfolgt die Bewerbung über ein dafür bereitgestelltes Onlineformular. Wird dein Profil im ersten Schritt als passend empfunden, wirst du gebeten, ausführlichere Bewerbungsunterlagen zu schicken, in denen detailliertere Infos zu deinen Noten, deinem Gesamtprofil und deiner Zukunftsvision verlangt werden.

Wird dein Profil auch hier noch als passend empfunden, wirst du zu einem persönlichen Gespräch geladen, aus dem heraus dann die finale Entscheidung resultiert.

Gängige Bildungsfonds sind beispielsweise der Deutsche Bildung Studienfond oder der Festo Bildungsfond.

Beide Fonds sind einkommensabhängig. Die Deutsche Bildung ist dabei einer der größten Anbieter für Studienfinanzierungen.

Welche Alternativen zum Bildungsfond gibt es?

Gängige und gute Alternativen zum Bildungsfond sind Stipendien für Studenten, Studienkredite wie sie beispielsweise über die KfW angeboten werden oder aber natürlich ganz klassisch BAföG.

Wenn du dich hier etwas schlauer machen willst, möchten wir dir unseren Beitrag zum Thema Studium finanzieren ans Herz legen. Darin haben wir alle Möglichkeiten genauer vorgestellt.

Fazit

Ein Bildungsfond kann eine gute Möglichkeit zur Studienfinanzierung sein. Wir persönlich würden dir aber, bevor du diesen Weg gehst, dazu raten, es zunächst über ein Stipendium zu versuchen. Das muss nämlich hinterher nicht mehr zurückbezahlt werden. Und wer so gut ist, dass er sich für einen Bildungsfond qualifiziert, schafft es vermutlich auch, einen Stipendiengeber von sich zu überzeugen.

In jedem Fall solltest du dir auch den jeweiligen Vertrag gut und genau durchlesen. Solltest du darin etwaige Verschwiegenheits- oder Kündigungsklauseln mit sofortiger Fälligkeit bei dauerhaft niedrigem Einkommen finden, schließe den Vertrag besser nicht ab.

FAQ zum Thema: Bildungsfond

Brauche ich für den Bildungsfond einen Bürgen?

Du benötigst für einen Bildungsfond keinen Bürgen. Die Fonds sind unabhängig von deiner finanziellen Situation oder von der deiner Eltern.

Kann ich die Bildungsfondfinanzierung auch im Ausland einsetzen?

Es gibt auch Bildungsfonds zur Finanzierung eines Auslandsstudiums wie beispielsweise den Fond der Deutschen Bildung. Diese Finanzierungsmöglichkeit kommt also auch dann für dich in Frage, wenn du dein Studium außerhalb von Deutschland absolvieren möchtest.

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