BAföG Folgeantrag, Bewilligungszeitraum, Leistungsnachweis und Fachrichtungswechsel

Was ist ein BAföG Folgeantrag, wie stelle ich ihn und wann soll ich BAföG für den nächsten Bewilligungszeitraum beantragen? Alle Fragen rund um den BAföG Folgeantrag klärt meinBafög!

Lesezeit: 21 min
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Im folgenden Text erzählen wir Dir genau, was der Bewilligungszeitraum ist, wann und wie Du Deinen Folgeantrag stellen solltest, wann Du einen Leistungsnachweis brauchst und woher Du diesen bekommst, wie lange Du mit BAföG gefördert werden kannst und welchen Antrag Du brauchst, wenn Du Deinen Studiengang wechselst!

Über unser Inhaltsverzeichnis kannst Du ganz einfach die Themen raussuchen, die besonders interessant für Dich sind!

Finde in einer Minute heraus, ob Du Anspruch auf einen BAföG-Folgeantrag hast!

So weißt du mit wenigen Klicks, ob Du überhaupt noch einmal BAföG bekommst und wenn ja, wie viel!

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Wann brauche ich den BAföG Folgeantrag?

BAföG kannst Du immer nur für den sogenannten Bewilligungszeitraum stellen. Normalerweise ist dieser 12 Monate lang, also zwei Semester.

Was ist der BAföG Bewilligungszeitraum?

Der BAföG Bewilligungszeitraum, der auch mit BWZ abgekürzt wird, beschreibt die Zeit, in der Du BAföG bekommst. Meistens handelt es sich um 12 Monate, also 2 Semester, da Du normalerweise maximal ein Jahr gefördert wirst. Danach musst Du einen Folgeantrag stellen. Allerdings gibt es auch Ausnahmen.

Wann beginnt der BAföG Bewilligungszeitraum?

Normalerweise beginnt der Bewilligungszeitraum in dem Monat, in dem Du Deine Ausbildung beginnst. Meist beginnt das Semester an Hochschulen und Universitäten schon einen Monat vor dem Beginn der Vorlesungen – für das BAföG Amt ist aber nur wichtig, wann Dein Unterricht und Deine Vorlesungen beginnen.Du belegst einen Vorkurs? Vorkurse gehören zum Unterricht, wenn sie verpflichtend für Dein Studium sind und von Lehrkräften der Hochschule durchgeführt werden.
Durch das Belegen eines Vorkurses beginnt Deine Ausbildung somit früher und auch Dein Bewilligungszeitraum startet früher.

Es gibt noch zwei weitere Ausnahmen, bei denen Dein Bewilligungszeitraum früher startet als der Beginn der Vorlesungen, bzw. des Unterrichts:
Und zwar wenn zwischen dem Ende Deines letzten Ausbildungsabschnitts und dem Beginn Deines neuen Ausbildungsabschnitts, für den Du BAföG beantragst, nur ein Monat liegt. Dann beginnt Dein Bewilligungszeitraum in diesem Monat. Grund dafür ist, dass Du durchgehend gefördert wirst.

Die andere Ausnahme besteht, wenn Du eine Ausbildung im Ausland beendest und im Inland eine anschließende Ausbildung beginnst. Liegen zwischen dem Ende der Auslandsausbildung und dem frühstmöglichen Start der neuen Inlandsausbildung höchstens 4 Monate, bekommst Du für die zwei Monate vor dem Start der neuen Ausbildung schon BAföG!
In diesen Fällen ist Dein Bewilligungszeitraum dann auch länger als normal – die Monate gehören dann schließlich in den Bewilligungszeitraum, für den Du BAföG beantragst!

Wie lang ist der Bewilligungszeitraum beim BAföG?

Der Bewilligungszeitraum ist normalerweise 2 Semester und somit 12 Monate lang. Allerdings gibt es Ausnahmen

Wann ist der BAföG Bewilligungszeitraum kürzer oder länger als 12 Monate? Spezielle Fälle

Ausnahmen bei der Länge des Bewilligungszeitraum gibt es z.B. bei der Beendigung der Ausbildung und beim Auslandsstudium.

Ende der Ausbildung als Ausnahme beim Bewilligungszeitraum

Mit Erasmus und BAföG beim Auslandsaufenthalt, Die Förderung vom Staat

Deine Ausbildung beendest Du mit Deiner Abschlussprüfung oder sie endet planmäßig, wie es in der Ausbildungsordnung vorgegeben ist. Das Datum Deines Abschlusszeugnisses ist dabei maßgeblich. Deine Hochschulausbildung ist dann beendet, wenn Du das Gesamtergebnis Deines Studiums bekommst, spätestens aber 2 Monate nach Deiner letzten Prüfung. Natürlich ist Deine Ausbildung auch zuende, wenn Du Deine Ausbildung abbrichst.

 

Auslandssemester als Ausnahme bei der Länge des Bewilligungszeitraums

Ein anderes Beispiel für einen kürzeren oder längeren BAföG Bewilligungszeitraum ist eine Auslandsaussemester. Viele Schüler*innen und Student*innen möchten nur für ein halbes Jahr, also ein Semester im Ausland eine Schule besuchen oder studieren. Dann ist der Bewilligungszeitraum fürs AuslandsBAföG nur 6 Monate lang.
Teilweise haben Universitäten und Schulen im Ausland aber auch andere Studienzeiten – dann beginnt das Semester nicht im September, sondern z.B. im November. Auch dann gibst Du natürlich einen anderen Bewilligungszeitraum an, als die standardmäßigen 12 Monate.

Ein Beispiel zum Bewilligungszeitraum beim Auslandsaufenthalt

Ein Beispiel:

Du gehst für 8 Monate nach Australien, um dort an einer australischen Universität zu studieren. Den BAföG-Antrag stellst Du dann für 8 Monate. Danach studierst Du noch 6 Monate in Australien. Jetzt muss Du einen neuen Antrag auf AuslandsBAföG stellen (keinen Folgeantrag), mit dem Bewilligungszeitraum von 6 Monaten.

Sobald der Bewilligungszeitraum vorbei ist und Du keinen neuen Antrag auf BAföG gestellt hast, bekommst Du auch kein Geld mehr! Deshalb musst Du, um eine konstante Förderung zu gewährleisten, frühzeitig Deinen BAföG Folgeantrag für’s Studium in Deutschland stellen!

Warum ist der BAföG Bewilligungszeitraum so wichtig?

Egal ob Du SchülerBAföG, StudentenBAföG, BAföG für ein Praktikum oder AuslandsBAföG beantragst – der BAföG Bewilligungszeitraum hat Einfluss auf einige Deiner Angaben im BAföG Antrag.

Zum Beispiel musst Du beim Antrag angeben, wie viel Du in Deinem Bewilligungszeitraum verdienen wirst. Das bedeutet, dass es das BAföG Amt nicht interessiert, ob Du im Dezember Dein Weihnachtsgeld bekommst und im Juli aufgrund einer Sommerpause gar nicht beschäftigt bist – Deine Einnahmen neben dem BAföG Bezug musst Du für den gesamten Bewilligungszeitraum zusammenrechnen.
Dieses Einkommen wird dann durch die Anzahl der Monate im Bewilligungszeitraum geteilt (sodass ein durchschnittliches monatliches Einkommen dabei raus kommt). So ergibt sich ein monatliches und ein jährliches durchschnittliches Einkommen. Für dieses Einkommen gibt es einen Freibetrag, der bei Deinem BAföG Höchstsatz nicht berücksichtigt wird. Übersteigt Dein Einkommen diesen Freibetrag, verringert sich Dein Höchstsatz.
Weitere Infos dazu, wie viel Du im Bewilligungszeitraum verdienen darfst, findest Du in unserem Text über die BAföG Anrechnung.

Wann sollte ich den BAföG Folgeantrag stellen?

Wir empfehlen aus Erfahrung, den BAföG-Folgeantrag zwei bis drei Monate vor Ende des Bewilligungszeitraums zu stellen. Das BAföG-Amt schafft es leider nicht immer, die Anträge schnell zu bearbeiten – diese Bearbeitungszeit muss Du in Deine Kalkulation mit einbeziehen!

Am wichtigsten ist es natürlich, den Antrag fristgerecht zu stellen. Denn mit einem Antrag, der vor der Frist beim BAföG-Amt eingeht, sicherst Du Dir Deine Förderung. Gibst Du Deinen Folgeantrag im letzten Moment ab, kann es passieren, dass die Förderung rückwirkend ausgezahlt wird.

Trotzdem: Dann stehst Du ein bis zwei Monate ohne Geld da, bis das BAföG-Amt Deinen Antrag genehmigt hat! Gibst Du den Antrag zu spät und nach der Frist ab, bekommst Du Dein Geld erst für den Monat, in dem Du den Antrag abgegeben hast. Dann entsteht eine Pause in den BAföG-Zahlungen.

Ein Beispiel zum BAföG Folgeantrag:

  • Lena beginnt ihr Studium im Oktober 2021 an der Uni Köln. Ihr Bewilligungszeitraum ist 12 Monate lang, das letzte Mal bekommt sie also im September 2022 Geld.
  • Fall 1: Lena stellt im Juli 2021 ihren BAföG Folgeantrag. Sie wird übergangslos gefördert und bekommt weiter ihr Geld.
  • Falls 2: Lena verpasst die Frist für den Folgeantrag. Sie stellt den Antrag im Oktober. Deshalb bekommt sie im Oktober und November kein Geld, da der Antrag noch vom BAföG Amt bearbeitet wird. Im Dezember bekommt sie die Förderung für Dezember, aber auch rückwirkend für November und Oktober.
  • Fall 3: Lena verpasst die Frist und stellt ihren Antrag erst im November. Sie bekommt dann aufgrund der Bearbeitungszeit erst im Januar Geld, aber auch nur rückwirkend für den Dezember und November. Der September wird nicht gefördert, weil sie für diesen Monat keine Förderung beantragt hat.

Achtung: Beim BAföG Folgeantrag ist ein formloser Antrag nicht ausreichend!!

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Bleibt meine BAföG Förderung im zweiten Jahr genauso hoch wie im ersten Jahr?

Wenn Du den BAföG Folgeantrag stellst, hast Du erst einmal den gleichen Anspruch auf BAföG wie im Vorjahr. Allerdings musst Du auch im Folgeantrag (genauso wie im Erstantrag) Angaben zu Deinem Vermögen, dem Einkommen Deiner Eltern und Deinem eigenen Einkommen machen.
Dadurch kann sich Dein Anspruch auf BAföG und Dein BAföG-Höchstsatz verändern, z.B. wenn Du im nächsten Jahr mehr oder weniger Geld verdienen wirst.

Studentin stellt ihren BAföG Folgeantrag mit meinBafög

Dadurch kann es passieren, dass das BAföG Amt eine zu hoch gezahlte Förderung zurück verlangen kann, da Dein BAföG-Satz niedriger ist als im Vorjahr. Genauso hast Du aber auch Anspruch auf eine Nachzahlung, wenn Dein BAföG-Satz steigt.

Beispiel zur Höhe Deiner Förderung beim BAföG-Folgeantrag:

  • Stefan hat im April 2020 sein Studium angefangen und zum ersten Mal BAföG beantragt. Sein BAföG-Satz beträgt für seinen Bewilligungszeitraum 597 €  monatlich.
  • Stefans Vater wechselt im Dezember 2020 auf ein Teilzeitmodell und verdient auf einmal jeden Monat weniger Geld
  • Stefan stellt seinen BAföG-Folgeantrag pünktlich Ende Januar 2021
  • Ab April 2021 bekommt Stefan weiterhin 467 € monatlich, weil er seinen BAföG-Weiterförderungsantrag gestellt hat
  • Das BAföG-Amt stellt im Mai 2021 fest, dass Stefans aktueller BAföG-Satz jetzt 502 € monatlich beträgt. Stefan hat nun Anspruch auf eine Nachzahlung.

Du fühlst Dich ungerecht behandelt bei der Berechnung Deiner Förderung? Damit bist Du nicht alleine.
In so einem Fall kannst Du einen Widerspruch gegen den BAföG-Bescheid stellen.

Welche Formblätter brauche ich für den BAföG Folgeantrag?

Beim BAföG Folgeantrag brauchst Du die gleichen Formblätter wie beim Erstantrag auf BAföG. Allerdings musst Du Deinen schulischen und beruflichen Werdegang (Formblatt 1, Anlage 1) nicht noch einmal ausfüllen. Diesen hat das BAföG Amt schließlich schon! Zudem kommt der Leistungsnachweis dazu, der nach dem 4. Semester verpflichtend ist.

Wenn Du den Antrag über meinBaföG ausfüllst, speichern wir die Angaben für das nächste Jahr. Du musst also nur noch Änderungen angeben und nicht alle Daten noch einmal ausfüllen.

Welche Unterlagen brauche ich für den BAföG Folgeantrag?

Zusätzlich zu den Formblättern braucht das BAföG Amt noch weitere Unterlagen beim Folgeantrag von Dir. Dazu gehören z.B.

  • ein Kontoauszug
  • Einkommensnachweise Deiner Eltern
  • Arbeitsverträge oder Einkommensnachweise von Dir
  • Deine aktuelle Immatrikulationsbescheinigung
  • Ausbildungsbescheinigungen Deiner Geschwister

Wenn Du den Antrag über meinBafög stellst, dann generieren wir Dir eine Checkliste mit den nötigen Unterlagen. So kannst Du nichts vergessen 😉

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Wie lange dauert die Bearbeitung vom BAföG Folgeantrag?

Erfahrungsgemäß kann die Bearbeitung Deines Folgeantrags auch mal 2 oder 3 Monate dauern. Deswegen empfehlen wir Dir, den Antrag frühzeitig vor Ablauf Deines Bewilligungszeitraums zu stellen.

Wie oft muss ich einen BAföG Folgeantrag stellen?

Den BAföG Folgeantrag musst Du immer stellen, wenn Dein Bewilligungszeitraum abgelaufen ist, Du aber weiter mit BAföG gefördert werden möchtest.

Beim klassischen 3 Jahre langen Bachelor sind das in normalen Fällen dann 3 mal.

Achtung: Es gibt aber eine Förderungshöchstdauer! Dazu erzählen wir Dir weiter unten noch etwas.

Für alte Hasen: Der Leistungsnachweis nach dem 4. Semester

Der BAföG Leistungsnachweis ist ein Beweis für das BAföG Amt, dass Du nicht nur BAföG kassierst, sondern auch brav studierst. Wir erklären Dir, was es mit dem BAföG Leistungsnachweis auf sich hat, wann Du ihn vorlegen musst und was passiert, wenn Du keinen Leistungsnachweis vorlegst.

Was ist der BAföG Leistungsnachweis?

Der BAföG Leistungsnachweis ist für das BAföG Amt der Beweis, dass Du nicht nur auf Studentenparties gehst und bis 4 Uhr nachmittags schläfst. Durch den Nachweis beweist Du, dass Du zur Universität oder Hochschule gehst und die Prüfungen absolvierst und Leistungen erbringst, die in Deinem Studiengang gefordert werden.

Was steht auf dem BAföG Leistungsnachweis?

Auf dem Nachweis stehen nämlich die Leistungen in Deinem Studium, die Du schon erbracht hast. Außerdem sieht man auf dem BAföG Leistungsnachweis auch die Credits, die Du schon bekommen hast. Wie viele Credits Du brauchst, unterscheidet sich je nach dem Studiengang, den Du belegst. Denn je nach Studiengang gibt es eine andere Anzahl an Credits, die Du pro Semester erreichen solltest.

Wann muss ich den BAföG Leistungsnachweis vorlegen?

Das BAföG Amt verlangt, dass Du den Leistungsnachweis mit Deinem Folgeantrag zusammen einreichst. Der Zeitpunkt ist ganz einfach: nach dem vierten Semester, bzw. nach 2 Studienjahren.
Ganz wichtig ist, dass der Leistungsnachweis aktuell ist. Manchmal kommt es vor, dass zu dem Zeitpunkt, zu dem Du Deinen Folgeantrag einreichst, noch keine Leistungen im vierten Semester erbracht wurden. Oder Deine Prüfungen wurden noch nicht korrigiert, sodass Du noch keine Noten für Deine Leistungen bekommen hast. Dann musst Du die BAföG Leistungsnachweise nachreichen.

Wo bekomme ich den BAföG Leistungsnachweis her? Welches Formblatt brauche ich?

Den BAföG Leistungsnachweis bekommst Du von Deiner Hochschule. Meistens ist das Sekretariat der Hochschule dafür zuständig. Dieses füllt das BAföG Formblatt 5 für Dich aus und Du kannst es dann gemeinsam mit Deinem BAföG Folgeantrag zu Deinem zuständigen BAföG Amt senden.
Das Formblatt kannst Du hier downloaden!

Wieviele Leistungspunkte brauche ich für den Leistungsnachweis?

Studiengänge sind unterschiedlich aufgebaut. Im Normalfall erhältst Du aber 30 Credit Points pro Semester und hast somit nach 4 Semestern 120 Credit Points zusammengesammelt, die Du Dir im Leistungsnachweis bescheinigen lassen musst.

Was passiert, wenn ich nicht die erforderlichen Credit Points zusammenbekomme?

Im schlimmsten Fall wirst Du nach Deinem vierten Semester nicht mehr gefördert, wenn Du nicht die erforderlichen Leistungspunkte sammeln konntest. Denn dann geht das BAföG-Amt davon aus, dass Du Dein Studium nicht in Regelstudienzeit durchziehen wirst.

Es gibt jedoch einige Ausnahmen, warum Deine Regelstudienzeit verlängert werden kann. Diese findest Du weiter unten zum Thema Regelstudienzeit.

BAföG Leistungsnachweis für Schüler

Im Text haben wir bisher nur über’s Studieren geredet. Dies hat auch einen Grund: Für Schüler gibt es keinen BAföG Leistungsnachweis. Dies hängt damit zusammen, dass es für Schüler auch keine Förderungshöchstdauer gibt. Musst Du z.B. eine Klasse wiederholen, bekommst Du trotzdem weiter BAföG – so lange, bis Du Deinen Abschluss erreicht hast!
Wusstest Du übrigens, was für weitere Vorteile das SchülerBAföG hast? Beim SchülerBAföG gibt es keine Rückzahlung, BAföG ist für Schüler ein Vollzuschuss vom Staat!

Wie lange kann ich BAföG bekommen?

Grundsätzlich bekommst Du genau so lange BAföG, wie Deine Regelstudienzeit andauert. Meist liegt die Regelstudienzeit bei 6 Semestern für den Bachelor und 4 Semestern für den Master. Es gibt aber auch Abweichungen.

Wichtig ist allerdings:
Du wirst mit BAföG tatsächlich nur in der Regelstudienzeit gefördert. Und die Regelstudienzeit sind nicht die Semester, in denen Du gerne mit BAföG gefördert werden würdest.

Ein Beispiel zur Förderungshöchstdauer:

Katrin studiert BWL in Köln. Die Regelstudienzeit sind 6 Semester. Katrin hat also die ersten 6 Semester Anspruch auf BAföG.
Fall 1: Katrin stellt ihren Antrag pünktlich vor dem ersten Semester über meinBafög und bekommt so ihre Förderung. Nach 6 Semestern endet diese Förderung, egal, ob Katrin mit dem Studium fertig ist oder nicht.
Fall 2: Katrin stellt ihren Antrag erst zum dritten Semester. Sie wird nun nur noch vom 3. bis zum Ende des 6. Semesters durch BAföG gefördert.
Es ist unbedeutend, wann Katrin den BAföG Antrag stellt. Für das BAföG Amt sind nur die 6 Semester der Regelstudienzeit wichig.

Woher weiß ich, wie lange die Regelstudienzeit bei meinem Studium ist?

Informationen zur Regelstudienzeit bei Deinem Studium findest Du zunächst in der Studienordnung. Auch Dein Modulhandbuch gibt Dir Infos darüber, und auch auf der Website der Hochschule sind meist alle Regelstudienzeiten bei den erläuterten Studiengängen aufgeführt. Im größten Zweifel kannst Du sicher auf im Sekretariat Deiner Hochschule oder Uni anrufen.

Förderungshöchstdauer bei Fehlen von Regelstudienzeiten

Es gibt teilweise Studiengänge, die tatsächlich keine Regelstudienzeiten vorgeben. Dann gelten folgende Regeln für die Förderungshöchstdauer:

  • 9 Semester bei Universitäts- und vergleichbaren Studiengängen
  • 7 Semester bei Fachhochschul- und vergleichbaren Studiengängen ohne Praxiszeiten
  • 8 Semester bei Fachhochschul- und vergleichbaren Studiengängen mit Praxiszeiten
  • 2 Semester bei Zusatz-, Ergänzungs- und Aufbaustudiengängen
  • 7 Semester bei Lehramtsstudiengängen für die Primarstufe und die Sekundarstufe I

Verlängerung der Förderungshöchstdauer

Natürlich gibt es auch bei der Förderungshöchstdauer Ausnahmen. Bei den folgenden Ereignissen wirst Du nicht durchgehend, dafür aber länger gefördert:

  • Fernunterricht

Beim Fernstudium bekommst Du nur 12 Monate BAföG.

  • Verlängerung der Förderungshöchstdauer beim Erwerb von Sprachkenntnissen

Wenn Du für Dein Studium bestimmte Sprachkenntnisse aufweisen musst, kann Deine Förderungshöchstdauer verlängert werden. Dies gilt aber nicht für Sprachen, die normalerweise zur Ausbildung in der Schule gehören, z.B. Deutsch, Englisch, Latein oder Französisch. Musst Du weitere Sprachen lernen, wirst Du pro Sprache ein Semester mehr gefördert. Wenn durch das Lernen der Sprache die Regelstudienzeit bei Deinem Studiengang schon angehoben ist, kannst Du aber kein weiteres Förderungssemester erwarten.

  • Verlängerung der Förderungshöchstdauer durch ein Auslandssemester

Du gehst für ein oder zwei Semester ins Ausland? Dieser Aufenthalt verlängert Deine Förderungshöchstdauer. Denn die Auslandssemester fallen aus der Zählung „raus“. Dabei kannst Du sogar zusätzlich mit AuslandsBAföG gefördert werden! Das Auslandssemester darf dabei nicht in der Studienordnung als Pflicht vorgeschrieben sein und darf nicht länger als ein Jahr sein.

Ein Beispiel zur Förderungshöchstdauer beim Auslandssemester:

Katrin reist für das vierte und fünfte Semester zum Studieren in die USA. Sie hat seit dem 1. Semester BAföG bekommen.
Im vierten und fünften Semester bekommt sie AuslandsBAföG für ihr Studium in der USA. Nach dem Auslandsstudium kommt sie wieder nach Köln, um dort weiter zu studieren. Auch wenn sie in den USA studiert hat, ist sie nicht auf dem gleichen Stand wie ihre Kommilitonen. Sie braucht also noch weitere 2 Semester. Insgesamt studiert Katrin also 8 Semester.
Dadurch, dass sie zwei Semester im Ausland war, hat ihre Inlands-Förderung durch BAföG „pausiert“. Sie bekommt also im 7. und 8. Semester immer noch BAföG und kann ihren Abschluss in Ruhe zu Ende machen.

  • Verlängerung der Höchstdauer durch einen Fachrichtungswechsel

Manche Studenten beginnen ein Studium und wechseln dann die Fachrichtung. Zum Beispiel weil ihnen der Studiengang keinen Spaß macht oder sie sich von einer anderen Fachrichtung höhere Chancen im Berufsleben versprechen. Kannst Du einen wichtigen Grund für diesen Wechsel belegen, dann werden die Semester, die Du im ersten Studiengang verbracht hast, nicht zum neuen Studium dazugezählt. Aber: Diese Regel gilt nur bis zum 4. Semester. Sobald Du einen Leistungsnachweis erbringen musst, kannst Du nicht mehr so einfach wechseln!
Ein zweiter Fachrichtungswechsel ist dann auch etwas schwieriger: Denn wenn Du das zweite Mal Deinen Studiengang aus einem wichtigen Grund wechselst, werden die Semester aus dem letzten Studiengang angerechnet. Den Rest der Regelstudienzeit des neuen Studiengangs bekommst Du dann als Volldarlehen und nicht mehr zu Hälfte als Zuschuss.

  • Urlaubssemester

Ein Urlaubssemester verlängert Deine Förderungshöchstdauer. Denn im Urlaubssemester erhältst Du kein BAföG! Wenn Du nach dem Urlaubssemester wieder ins Studium „einsteigst“, zählt das Urlaubssemester nicht zur Regelstudienzeit hinzu. Du studierst zwei Semester und machst dann ein Urlaubssemester im dritten Semester? Dann zählt das folgende vierte Semester als drittes Semester der Regelstudienzeit.

  • Teilzeitstudium

Du studierst Vollzeit, möchtest dann aber für ein Semester Teilzeit studieren, zum Beispiel weil Du einen Job für ein Semester annehmen kannst? Auch dieses Semester zählt nicht zur Regelstudienzeit und verlängert somit Deine Förderungshöchstdauer.

  • Brückensemester im Masterwie lange bekomme ich bafög, regelstudienzeit, urlaubssemester, auslandssemester, verlängerung der förderungshöchstdauer

Du startest bald mit Deinem Master, allerdings fehlen Dir noch ein paar Punkte oder einige Kompetenzen, die für den Master eine Voraussetzung darstellen? Dann gibt es an einigen Unis die Möglichkeit eines Brückensemesters. Dieses Brückensemester zählt nicht zur Regelstudienzeit, wenn es für die Erlangung des Masters erforderlich ist.

  • Propädeutisches Vorsemester im Master

Auch wenn Du als Vorbereitung auf den Master ein propädeutisches Vorsemester absolvieren musst, das als Zugangsvoraussetzung zum Master vorgeschrieben ist, wird dieses Semester nicht auf die Regelstudienzeit angerechnet.

Wie kann ich die Regelstudienzeit verlängern?

Natürlich gibt es zu jeder Regel Spezialfälle. Auch bei der Regelstudienzeit, denn diese kann in speziellen Fällen für Dich verlängert werden. Dadurch erhältst Du auch nach der normalen Regelstudienzeit weiterhin BAföG.
Doch dieser Spezialfall tritt nur ein, wenn Du Dein Studium aus schwerwiegenden Gründen verlängerst.
Diese Gründe können sein:
  • Krankheit
  • Verschulden der Hochschule
  • Mitwirkung in Hochschulgremien
  • Modulprüfung, Zwischenprüfung oder Abschlussprüfung nicht bestanden
  • Behinderung
  • Schwangerschaft oder Kindererziehung
  • Krankheit

Wenn Du eine Krankheit hast, die Dich an der Prüfungsteilnahme hindert oder sogar daran, Dein Studium weiterzuführen, verlängert sich Dein Anspruch auf BAföG. Die Krankheit muss dabei die Ursache dafür sein, dass Du nicht wie geplant weiter studieren kannst. Du brauchst als Beweis natürlich ein ärztliches Attest.
Wenn Du wegen einer Krankheit nicht weiter studieren oder zur Schule gehen kannst, bekommst Du noch 3 Monate weiter BAföG. Danach musst Du Dich beurlauben lassen oder ALG II beantragen. Lässt Du Dich rückwirkend für das gesamte Semester beurlauben, musst Du die Förderungen zurückzahlen.
Auf jeden Fall musst Du dem BAföG-Amt mitteilen, dass Du durch Deine Krankheit länger ausfallen wirst, sodass die Zahlungen eingestellt werden.

  • Verschulden der Hochschule

Manchmal kannst Du gar nichts dafür, dass Du eine Prüfung nicht ablegen kannst. Denn auch die Hochschule kann an diesem Problem schuld sein. Ein Beispiel dafür ist, dass das Angebot für die entsprechende Modulprüfung oder Leistung komplett fehlt. Oder Dein Prüfer wird krank und es gib keinen Ersatz. Oder Du kannst nicht die Räumlichkeiten nutzen, die Du für Deine Abschlussarbeit brauchst.
Du musst allerdings erstmal alles versuchen, um Dich mit den Bedingungen der Hochschule zu arrangieren. Du musst versuchen, die Verzögerung innerhalb Deiner Förderungshöchstdauer aufzuholen.
Nur wenn alle Versuche vergeblich waren, kannst Du mit diesem Grund die Verzögerung für Dein Studium begründen. Problematisch ist auch, die Hochschule dazu zu bringen, Dir für diesen Grund einen schriftlichen Nachweis zu geben. Das will sicherlich keiner so gerne zugeben…

  • Mitwirkung in gesetzlich vorgeschrieben Hochschulgremien

Du bist in der Hochschule nicht nur beim Studieren aktiv, sondern auch ehrenamtlich? Du wirkst im Senat mit, beim ASTA, in der Fachschaft, beim Verwaltungsrat? Dann könnte Deine Regelstudienzeit dadurch verlängert werden.
Allerdings wird nur solche Arbeit anerkannt, bei der Du durch eine Wahl an Dein Amt kommst. Außerdem muss durch die Arbeit eine Beeinträchtigung des Studiums erfolgen, sodass eine Verlängerung der Regelstudienzeit gerechtfertigt ist. Du musst darlegen, welche Arbeiten Du gemacht hast und wie dadurch Dein Studium beeinträchtigt wurde.
Mehr als zwei Semester länger Zeit zum Studieren bekommst Du allerdings nicht.

  • Modulprüfung, Zwischenprüfung oder Abschlussprüfung nicht bestanden

Es ist tatsächlich passiert: Du bist durch die Prüfung gerasselt oder hast sogar eine Zwischenprüfung richtig verhauen. Und die Prüfung war auch noch Voraussetzung für das nächste Semester!
Durchatmen: Genau das ist der Fall, indem Du weiter BAföG bekommst, auch über die Förderungshöchstdauer hinaus.
Ein weiter Fall, bei dem Du weiter gefördert wirst, ist dieser: Du musst Leistungsnachweise bringen und musst jetzt ein Semester wiederholen, weil einmalig Dein Ergebnis nicht gereicht hat.

Auch hier bekommst Du weiter BAföG.

  • Behinderung

Es gibt Behinderungen, die Dich daran hindern, das Studium in der gleichen Zeit durchzuziehen, wie Deine Kommilitonen. Die Behinderung muss also ursächlich dafür sein, dass sich Deine Ausbildung verzögert. Du brauchst Nachweise entsprechender Stellen, dann kann Deine Regelstudienzeit verlängert werden.

  • Schwangerschaft oder Kindererziehung

Du bist während Deines Studiums schwanger geworden? Oder erziehst während des Studiums ein Kind unter 10 Jahren? Dann bekommst Du eine Verlängerung der Regelstudienzeit. Allerdings musst Du trotz der Kindererziehung oder Schwangerschaft Deine Zeit überwiegend Deinem Studium gewidmet haben.
Diese Zeiten werden Dir gewährt:
Für die Schwangerschaft bekommst Du ein Semester. Dein Kinder hat das 5. Lebensjahr noch nicht vollendet? Dann bekommst Du pro Lebensjahr Deines Kindes ein Semester zusätzliche Zeit zum Studieren. Für das 6. und 7. Lebensjahr, sowie für das 8. und 10. Lebensjahr bekommst Du ein Semester Zusatz-Zeit.

Mehr Infos erhältst Du im Text über Studieren mit Kind.

Wichtig: Den Antrag auf Verlängerung der Förderungshöchstdauer musst Du vor Ende des Bewilligungszeitraums stellen!

Es gibt natürlich noch weitere Ausnahmen, durch die Du mehr Regelstudienzeit bekommst. Oft sind das Einzelfälle, die von den Hochschulen gesondert geprüft werden.

Folgende Gründe sind allerdings KEINE Gründe für die Verlängerung der Regelstudienzeit:

  • Ein Doppelstudium oder ein berufsbegleitender Job
  • Die Teilnahme an Wettbewerben oder außergewöhnlichen Studienprojekten
  • Ein Studienortswechsel
  • und die Pflege kranker Eltern

Regelstudienzeit beim SchülerBAföG

Als Schüler hast Du beim BAföG tatsächlich die besten Karten. Denn wie Du vielleicht schon weißt, gibt es für SchülerBAföG keine Rückzahlung. Es ist ein Vollzuschuss vom Staat.
Dazu gibt es beim Schüler BAföG noch Spezielles zur Regelstudienzeit: diese gibt es nämlich nicht. Du wirst solange mit BAföG gefördert, wie Du Deine Ausbildungsstätte besuchst. Auch wenn Du eine Klasse wiederholst, hat das keinen Einfluss auf Deine BAföG-Förderung.

Kann man beim BAföG-Bezug den Studiengang wechseln?

Du bist mitten im Studium aber merkst: Das ist nicht das Wahre! Das Studium macht Dir nicht so viel Spaß, wie Du erhofft hast und Du bemerkst, dass Du in einem anderen Studiengang glücklicher wärst. Die richtige Zeit, um den Studiengang zu wechseln.

Aber was ist mit dem BAföG-Bezug?

Kein Problem, auch wenn Du BAföG erhältst, kannst Du den Studiengang wechseln. Allerdings musst Du dafür einen wichtigen Grund haben und darfst nur bis zu einem bestimmten Zeitpunkt wechseln.

Zunächst gibt es drei verschiedene Arten von Wechseln, die Du im Studium machen kannst, einen Fachrichtungswechsel, einen Ausbildungsabbruch und eine Schwerpunktverlagerung.

Was ist ein Fachrichtungswechsel?

Ein Fachrichtungswechsel bedeutet, dass Du „innerhalb der selben Art von Ausbildungsstätte ein anderes Ausbildungsziel anstrebst“. Zum Beispiel kannst Du von Medizin zu Chemie wechseln oder von Sozialpädagogik zu Lehramt.

Was ist ein Ausbildungsabbruch?

Ein Ausbildungsabbruch im Vergleich dazu bedeutet, dass Du die Art von Ausbildungsstätte änderst, also von einer Universität auf eine Akademie wechselst.

Was ist eine Schwerpunktverlagerung?

Eine Schwerpunktverlagerung liegt in folgenden Fällen vor:

  • Wenn der erste Studiengang und der zweite Studiengang bis zum Wechsel der Studiengänge identisch sind und die ersten Semester des ersten Studiums voll auf das zweite Studium  angerechnet werden. (Dies wäre beispielsweise der Fall, wenn beide Studiengänge das gleiche Grundstudium voraussetzen)
  • Sofern die zuständige Stelle (Prüfungsamt, Prüfungsausschuss etc.) bescheinigt, dass die verbrauchten Semester des ersten Studiums voll auf das zweite Studium angerechnet werden

Beispiele für einen Fachrichtungswechsel:

  • Du wechselst von einem Studiengang in einen anderen Studiengang, unabhängig von Universität oder Fachhochschule (z.B. Wechsel von BWL in Sozialwissenschaften)
  • Du wechselst vom FH Studiengang in einen Uni Studiengang (z.B. Wechsel von BWL FH in BWL Uni)
  • Du wechselst von einem Uni Studiengang in einen FH Studiengang (z.B. BWL Uni in BWL FH)

Auch bei einem Fachrichtungswechsel kannst Du weiterhin BAföG bekommen, allerdings musst Du einige Regeln beachten:

Bekomme ich bei einem Fachrichtungswechsel weiter BAföG?

Du kannst auch bei einem Fachrichtungswechsel weiter BAföG erhalten. Allerdings muss ein wichtiger Grund vorliegen.

Gründe für einen Fachrichtungswechsel

Die Gründe für einen Fachrichtungswechsel werden aufgeteilt in wichtige und unabweisbare Gründe.

Wichtige Gründe für einen Fachrichtungswechsel

Ein wichtiger Grund ist zum Beispiel ein schwerwiegender oder grundsätzlicher Neigungswandel. Aber auch die mangelnde intellektuelle Eignung ist ein Grund für einen Fachrichtungswechsel. Merkst Du also, dass sich die Neigung zu Deinem Studienfach geändert hat, musst Du unverzüglich einen Fachrichtungswechsel oder Ausbildungsabbruch vornehmen.

Das Bundesverwaltungsgericht sagt dazu, dass Du eine Zumutbarkeitsprüfung, die auf einer Interessenabwägung beruht, vornehmen musst. Somit hast Du einen wichtigen Grund, wenn Dir die Ausbildung aufgrund Deiner Neigung, Eignung und Leistung nicht mehr zugemutet werden kann.

Ein wichtiger Grund ist übrigens nicht eine allgemeine Verschlechterung der Berufsaussichten.

Unabweisbarer Grund für einen Fachrichtungswechsel

Ein unabweisbarer Grund besteht, wenn dieser den Abbruch oder Wechsel zwingend erfordert. Das bedeutet, dass Du gar keine Wahl hast, Deine Ausbildung weiter fortzusetzen. Diese Fall besteht zum Beispiel, wenn Du eine Behinderung während des Studiums bekommst, die Dich am Studieren hindert. Oder Du entwickelst eine Allergie auf bestimmte Stoffe, durch die Du Deinen angestrebten Beruf nicht ausführen kannst.
Wenn Du das erste Mal die Fachrichtung wechselst oder Deine Ausbildung abbrichst, geht das BAföG Amt davon aus, dass Du einen wichtigen Grund für diesen Wechsel hast.

Was hat ein Fachrichtungswechsel für eine Auswirkung auf mein BAföG?

BAföG Bezug beim Fachrichtungswechsel oder beim Studium abbrechen, wann bekomme ich BAföG? Damit nicht jeder Student oder Schüler einfach die Fachrichtung oder Ausbildungsart wechselt, wie er lustig ist, hat der Staat ein paar Regeln zum Fachrichtungswechsel mit gleichzeitigem BAföG Bezug.
Auch hier muss wieder unterschieden werden zwischen wichtigem und unabweisbarem Grund.

Aus einem wichtigen Grund darfst Du nur Dein Studium oder Deine Ausbildung wechseln und weiter BAföG bekommen, wenn Du noch nicht das 4. Fachsemester begonnen hast. Ab dem 4. Semester reicht ein wichtiger Grund nicht mehr aus, um weiter die BAföG Förderung zu bekommen.
Ein unabweisbarer Grund rechtfertigt allerdings immer Deinen Wechsel des Studienfaches oder der Ausbildungsform. Mit einem unabweisbarem Grund bekommst Du somit auch weiterhin BAföG, wenn Du die Fachrichtung oder Ausbildung nach dem vierten Semester wechselst.
Du möchtest Deine Fachrichtung aus wichtigem Grund wechseln, bist aber schon im vierten, fünften oder sechsten Semester? Dann erlischt Dein Anspruch auf BAföG.

Nochmal zusammengefasst:

  • Ein Fachrichtungswechsel, bei dem Du weiter mit BAföG gefördert wirst, funktioniert nur, wenn Du einen wichtigen Grund hast und das 4. Semester noch nicht abgeschlossen hast.
  • Nach dem 4. Semester muss ein unabweisbarer Grund vorliegen, sonst wirst Du nicht weiter gefördert.

Bekomme ich bei einer Schwerpunktverlagerung weiter BAföG?

Liegt eine Schwerpunktverlagerung vor, so hat dies keinerlei Einfluss auf die Weiterförderung mit BAföG. Dadurch, dass die Semester voll angerechnet werden, wird das Studium nicht verlängert (was z.B. bei einem Fachrichtungswechsel der Fall ist). Im Endeffekt gehst Du also nicht länger zur Uni, als ursprünglich beim ersten Studium geplant.

Ich wechsel vor dem vierten Semester, was passiert dann mit meinem BAföG?

Dein erster Wechsel oder Abbruch des Studiums oder der Ausbildung hat keine Auswirkungen auf Dein BAföG, wenn ein wichtiger Grund für den Wechsel vorliegt. Diese Regelung wurde 2010 eingeführt.
Früher hast Du BAföG nach dem ersten Wechsel nur noch als Bankdarlehen und nicht mehr zum Teil als Zuschuss bekommen. Mittlerweile bekommst Du aber auch nach einem Wechsel die Hälfte des weiteren BAföGs als zinsloses Bankdarlehen, die andere Hälfte als Zuschuss. Dies gilt für die Regelstudienzeit des nächsten Studiengangs.
Allerdings verändert sich diese Situation, wenn Du mehrmals Deine Fachrichtung oder Ausbildungsart wechselst. Dann kann es sein, dass die folgende Ausbildung nicht zu 50% als Zuschuss finanziert wird. Den Rest der Zeit kannst Du BAföG dann als Bankdarlehen bekommen.
Eine weitere Alternative zur Finanzierung ist der KfW-Studienkredit.

Du wechselst Dein Studium zum zweiten Mal, allerdings aus einem unabweisbaren Grund?

Dann bekommst Du BAföG weiterhin als Zuschuss und zinsloses Darlehen während der zusätzlich benötigten Zeit.

Was passiert bei einem Parkstudium?

Studenten sind dazu verpflichtet, ihre Ausbildung umsichtig zu planen und zielstrebig durchzuführen.
Manchmal kommt man dadurch in die Versuchung, eine sogenannte Parkausbildung zu beginnen. Das ist eine Ausbildung zur Überbrückung notwendiger Wartezeiten, die nicht das Ziel hat, dass Du in dieser Ausbildung einen Abschluss machst. Diese Parkausbildung ist zunächst erstmal förderungsschädlich.

Allerdings gibt es eine Ausnahme: Und zwar wenn Du durch rechtliche Beschränkungen bei der Vergabe von Studienplätzen nicht die Ausbildung beginnen kannst, die Deiner Neigung entspricht. Dann kannst Du eine andere Ausbildung beginnen, die Du auch abschließen würdest, wenn Du keine Zulassung für Deinen Wunschstudiengang bekommst. Du bekommst dann auch BAföG im Wunschstudiengang, wenn Du vor dem Beginn des 4. Semesters den Studiengang wechselst und Dich kontinuierlich weiter für Deinen Wunschstudiengang beworben hast.
Ein Beispiel für diese Regel ist zum Beispiel, wenn Du Zahnmedizin beginnst zu studieren, weil Du auf Deinen Platz im Medizin-Studium wartest.
Diese Regel gilt nicht, wenn Dir Nachweise für Dein Wunschstudium fehlen, z.B. künstlerische oder sonstige Befähigungen.

Fachrichtungswechsel bei Studiengängen auf Lehramt

Von einem Fachrichtungswechsel ist auszugehen, wenn man beispielsweise vom Studiengang Lehramt für Realschule in einen Studiengang Lehramt für ein Gymnasium wechselt. Werden Fächer hinzugenommen, entfernt oder gewechselt, die für die Lehrbefähigung nötig sind, so ist ebenfalls von einem Fachrichtungswechsel auszugehen. Dies ist nicht der Fall, wenn ein Fach nicht zur Lernbefähigung benötigt wird (z.B. zum Biologiestudium auf Lehramt wird zusätzlich das Fach Hauswirtschaft belegt).

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