BAföG und Dein Nebenjob – das darfst Du verdienen

meinBafög erklĂ€rt Dir, wie hoch der Freibetrag fĂŒr Deinen Nebenverdienst beim gleichzeitigen BAföG Bezug ist: das darfst Du bei Deinem Nebenjob verdienen!

BAföG erhalten und gleichzeitig einem Nebenjob nachgehen? Geht das ĂŒberhaupt? meinBafög erklĂ€rt Dir, welche Voraussetzungen Dein Nebenjob erfĂŒllen muss, damit Du weiterhin entspannt Dein BAföG beziehen kannst, welche FreibetrĂ€ge es gibt und wie viel Du neben dem Studium oder der Schule verdienen darfst.

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BAföG und Nebenjob – darf ich das ĂŒberhaupt?

Klar darfst Du das! Schließlich ist es in den meisten StĂ€dten sehr schwierig, nur von der BAföG-Förderung Miete, Essen, den Semesterbeitrag und alles Lebensnotwendige bezahlen zu können. Deshalb ist ein Nebenjob meist notwendig, auch wenn Du bereits BAföG erhĂ€ltst.

Du musst Dich nur an ein paar Regeln halten, denn fĂŒr Dein Einkommen, das Du maximal verdienen darfst, gibt es eine Obergrenze, oder auch Freibetrag. DarĂŒber hinaus wird Dein Verdienst auf Deine Förderung angerechnet, dass heißt, dass Dein BAföG darĂŒber hinaus gekĂŒrzt wird.

Worauf bezieht sich der Nebenjob-Freibetrag beim BAföG?

Das Einkommen, das Du verdienst, bezieht sich auf den Bewilligungszeitraum. Das ist der Zeitraum, fĂŒr den Du BAföG beantragst. Meistens startet der Bewilligungszeitraum mit dem Beginn des Semesters und geht ĂŒber 12 Monate. In diesem Zeitraum bekommst Du monatlich Dein BAföG ausgezahlt.

Beim BAföG-Antrag musst Du angeben, wie viel Einkommen Du im Bewilligungszeitraum haben wirst. Die Angaben beziehen sich auf den Bewilligungszeitraum. Das bedeutet, dass Du dort keine Angaben ĂŒber Dein monatliches Einkommen machst, sondern das Einkommen des Jahres insgesamt angibst. Es ist wichtig, dass Du Deine Einnahmen brutto, also ohne Abzug von Steuern oder Sozialabgaben, auffĂŒhrst.

FĂŒr dieses gesamte Jahr gibt es einen Freibetrag, den Du mit Deinem Nebenjob neben dem BAföG nicht ĂŒberschreiten darfst.

Wie hoch ist der Freibetrag fĂŒr meinen Nebenjob beim BAföG?

Der Freibetrag fĂŒr Deinen Nebenverdienst setzt sich aus verschiedenen Positionen zusammen. Praktischerweise sprechen die meisten Webseiten davon, dass Du 450€ im Monat verdienen darfst. Hier wollen wir Dir einmal vorrechnen, wie diese 450€ im Monat zustande kommen.

FĂŒr einen Zeitraum von einem Jahr betrĂ€gt der Freibetrag fĂŒr EinkĂŒnfte aus einem Nebenjob grundsĂ€tzlich 3.480€ (290€ im Monat). ZusĂ€tzlich wird eine Pauschale fĂŒr Werbungskosten berĂŒcksichtigt (1000€ fĂŒr 1 Jahr) und BeitrĂ€ge zu den Sozialabgaben (21,3%).

Student zÀhlt BAföG Förderung

Was sind Werbungskosten?

Werbungskosten sind Aufwendungen, die Du fĂŒr Deinen Nebenjob oder Deine Ausbildung hast. Dazu gehören z.B. eine SchĂŒrze, wenn Du kellnerst oder GesetzesbĂŒcher, wenn Du Jura studierst. Damit Du nicht alles einzeln auffĂŒhren und fĂŒr alles Quittungen sammeln musst, gibt es eine Werbungskostenpauschale.

Was sind Sozialabgaben?

Sozialabgaben sind BeitrÀge zu Versicherungen, die der sozialen Absicherung dienen (z.B. BeitrÀge zur Renten-, Arbeitslosen und Krankenversicherung).

Du fĂŒhlst Dich durch Deinen BAföG-Bescheid ungerecht behandelt?

Dann kannst Du Dich mit einem Widerspruch wehren.

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Der tatsÀchliche Betrag, den Du im Rahmen eines Minijobs verdienen darfst berechnet sich wie folgt:

Im Jahr Im Monat
Freibetrag laut Gesetz 3.480,00€ 290,00€
+ Werbungskostenpauschale + 1.000,00€ + 83,33€
= Zwischensumme = 4.480,00€ = 373,33€
+ 21,3 % Sozialabgaben + 954,24€ + 79,52€
= tatsĂ€chlicher Freibetrag = 5.434,24€ = 452,85€

Wie hoch ist der Freibetrag, wenn ich selbststÀndig als Freiberufler oder auf Gewerbeschein tÀtig bin?

FĂŒr Dich als Student*in oder SchĂŒler*in gilt immer die selbe Formel zur Berechnung des Freibetrages. Du darfst also etwa 450€ pro Monat verdienen. Anders sieht es bei Deinen Eltern bzw. Deinem/r Ehegatten/-in aus. Hierzu erfĂ€hrst Du mehr in unserem anderen Artikel zur Einkommensanrechnung von Eltern und Ehepartnern.

BAföG und Nebenjob – was passiert, wenn ich mehr als 450€ verdiene?

Prinzipiell kannst Du wĂ€hrend des BAföG Bezugs bei Deinem Nebenjob natĂŒrlich so viel verdienen, wie Du möchtest. Aber wenn Du den Freibetrag ĂŒberschreitest, wird dieser Betrag von Deinem BAföG abgezogen.

Auch hier haben wir ein Beispiel fĂŒr Dich:

Gehen wir von der oben aufgefĂŒhrten Berechnung aus: Du hast einen Nebenjob und einen Freibetrag von 452,85€ im Monat. Du verdienst allerdings pro Monat 500€.

Betrag, den Du verdienst 500€
abzgl. Sozialabgaben (21,3%) – 87,80€
abzgl. Werbungskostenpauschale – 83,33€
= anzurechnendes Einkommen = 328,87€
Freibetrag = 290€
= ĂŒbersteigender Teil des Freibetrages = 38,87€ -> wird vom BAföG abgezogen

Noch ein kleiner Tipp:

Wenn Du in der Familienversicherung versichert bist, musst Du darauf achten, dass Du nicht mehr als 425€ im Monat verdienen darfst. Denn sonst rutschst Du in die gesetzliche Krankenversicherung. Alle weiteren Infos findest Du in unserem Artikel zur Krankenversicherung.

Du hast Kinderbetreuungskosten bei Deinem BAföG?

Dann kannst Du diesen Betrag zusĂ€tzlich von Deinem Einkommen abziehen. Dieser Betrag mindert Dein Einkommen, sodass es den Freibetrag geringer ĂŒbersteigt.

BAföG und Nebenjob – was gilt noch als Einkommen?

Studentin sammelt BAföG im Sparschwein

Als Einkommen gilt neben dem BAföG nicht nur ein Nebenjob oder Deine selbststĂ€ndige TĂ€tigkeit. Sondern auch EinkĂŒnfte aus Kapitalvermögen mindern Dein BAföG, wenn sie den Freibetrag ĂŒbersteigen. Hier kannst Du allerdings auch den Sparerpauschbetrag abziehen, so wie beim Nebenjob die Werbungskosten.

Du machst eine Ausbildung und bekommst Gehalt? Dieses wird voll auf Dein BAföG angerechnet. Hier gibt es also keinen Freibetrag.

Auch eine Waisenrente oder Waisengelder gelten als Einkommen. Diese mindert im Zweifel also Deinen BAföG-Höchstsatz. Allerdings gibt es auch hier einen Freibetrag. Dieser Freibetrag fĂŒr die Waisenrente liegt bei 195€, wenn Du eine Berufsfachschule oder (Fach)Schulklasse besuchst, die eine abgeschlossene Berufsausbildung nicht voraussetzt. Du bist nicht auf so einer Schule oder giltst als Student? Dann liegt dieser Freibetrag bei 140€.

Wenn Du Unterhalt von Deinen Eltern oder von Deiner Ehefrau/Deinem Ehemann bekommst, wird dieser Unterhalt allerdings nicht angerechnet. Du musst ihn auch im Antrag nicht angeben.

Du warst schon einmal verheiratet und bekommst Unterhalt von Deinem geschiedenen Ehemann/Ehefrau? Dieser Unterhalt muss allerdings angegeben werden und mindert unter UmstÀnden Deine Förderung.

Steuerfreie Einnahmen oder der Nebenverdienst, der sich nicht auf Dein BAföG auswirkt

Es gibt allerdings auch Nebenjobs, die sich erst bei höheren BetrĂ€gen auf Dein BAföG auswirken. Das sind die Nebenjobs, die auch als steuerfrei gelten. Diese werden als „Übungsleiterpauschale“ betitelt. Wenn Du fĂŒr eine gemeinnĂŒtzige Organisation arbeitest oder eine juristische Person des öffentlichen Rechts unterstĂŒtzt, gilt dies als steuerfreie Einnahme. Dazu gehört, wenn Du als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher oder Betreuer arbeitest. Auch die Pflege alter, kranker oder behinderter Menschen, sowie kĂŒnstlerische TĂ€tigkeiten fallen unter das Gesetz.

Du unterrichtest neben Deinem Studium an einer Volkshochschule oder bist Übungsleiter in einem Sportverein? Dann gilt diese Pauschale fĂŒr Dich!

Achtung: ÜbungsleitertĂ€tigkeiten in einem Fitnesstudio, genauso wie das Unterrichten an einer privaten Nachhilfeschule fallen nicht unter diese Pauschale. Denn hier ist das Ziel der wirtschaftliche Erfolg des Unternehmens, sodass diese nicht als gemeinnĂŒtzig gelten.

Die Pauschale betrĂ€gt 2.400€ im Jahr. Deine Einnahmen bis zu diesem Betrag können Deinen BAföG-Bezug somit nicht schmĂ€lern. Einnahmen ĂŒber diesen Betrag hinaus mĂŒssen versteuert werden, genauso wie sie dann als Einkommen angerechnet werden.

Ein Beispiel zu steuerfreien Einnahmen, die sich nicht auf Dein BAföG auswirken:

Beispiel 1: Du verdienst im Jahr 2.000€ als Übungsleiter in einem öffentlichen Turnverein. ZusĂ€tzlich verdienst Du 450€ monatlich, und somit 5.400€ jĂ€hrlich in einem Restaurant, in dem Du kellnerst.-> Dein Freibetrag fĂŒr Nebenverdienste liegt bei 5.434,24€ im Jahr. Eigentlich mĂŒssten die ĂŒbrigen 1.965,76€ Deine BAföG-Förderung schmĂ€lern. Allerdings sind diese Einnahmen als ÜbungsleitertĂ€tigkeiten entstanden und fallen so bis 2.400€ im Jahr unter die Übungsleiterpauschale.

Beispiel 2: Du verdienst im Jahr 2.500€ als Übungsleiter in einem öffentlichen Turnverein. Zudem verdienst Du 450€ monatlich, und somit 5.400€ jĂ€hrlich in einem Restaurant, in dem Du kellnerst.-> Dein Freibetrag fĂŒr Nebenverdienste liegt bei 5.434,24€ monatlich. Diese werden fast komplett „aufgebraucht“ durch Deinen 450€-Job. Von den 2.500€ als Übungsleiter sind 2.400€ steuerfrei. Von den restlichen 100 € (2.500 – 2.400) sind 34,24 € steuerfrei (5.434,24€ Freibetrag – 5.400€ Verdienst). Der Rest (100 – 34,24 = 65,76€) schmĂ€lern Deinen BAföG-Höchstsatz.

BAföG und Nebenjob – VerĂ€nderungen beim Einkommen

Oft bekommen wir die Frage gestellt, wie Antragsteller denn ihr Einkommen angeben sollen, wenn dieses noch unsicher ist. Oder was passiert, wenn sich das angegebene Einkommen verÀndert.
ZunÀchst ist es wichtig, dass Du bei der Angabe Deines Einkommens absolut ehrlich bist. Versuchst Du zu flunkern und machst wissentlich falsche Angaben, fÀllt dies unter BAföG-Betrug, der verboten ist und verfolgt wird.
NatĂŒrlich kann das zukĂŒnftige Einkommen nicht immer genau angeben werden. Trotzdem kannst Du abschĂ€tzen, wie viel Du bei Deinem Nebenjob verdienen wirst.

Ganz wichtig: Wenn sich das Einkommen, das Du in Deinen FormblĂ€ttern angegeben hast, verĂ€ndert, musst Du dies dem BAföG-Amt mitteilen!! DafĂŒr kannst Du einfach formlos dem Amt einen Brief schreiben, in dem Du die Änderungen beschreibst. Achte darauf Deine Förderungsnummer auf den Brief zu schreiben!

Irrglaube bei VerÀnderungen des Einkommens

Viele Studenten und SchĂŒler gehen davon aus, dass es sinnvoller ist, bei Unsicherheiten beim Einkommen lieber pessimistisch zu sein. Somit geben diese ein niedrigeres Einkommen an, als erwartet wird. Von dieser Taktik ist abzuraten!!!

Am Ende des Bewilligungszeitraums wird ermittelt, wie hoch Dein Einkommen tatsĂ€chlich war. Falls Dein Einkommen niedriger war, als Du angegeben hast, bekommst Du eventuell eine RĂŒckzahlung. Falls es höher war, als Du angegeben hast, kommen Schulden auf Dich zu, denn dann musst Du den Teil der Förderung, der den Dir zustehenden Teil ĂŒbersteigt, zurĂŒckzahlen!

Änderungen dem Amt mitzuteilen ist nicht nur Deine Verpflichtung als BAföG-EmpfĂ€nger, sondern schĂŒtzt Dich auch.

Wie funktioniert das mit der RĂŒckzahlung bei Änderungen des Nebenjobs?

Einige Websites sprechen davon, dass Du „auf jeden Fall Geld zurĂŒckbekommst“, sollte Dein Einkommen niedriger sein als im BAföG-Antrag angegeben. Doch auch dies ist keine richtige Aussage. Denn eine Änderung des Bescheids erfolgt zugunsten von Dir rĂŒckwirkend fĂŒr höchstens 3 Monate.

Dein Einkommen wird geringer und Du teilst dies dem BAföG-Amt mit? Dann bekommst Du eine RĂŒckzahlung nur fĂŒr 3 Monate, falls das geringe Einkommen in diesen 3 Monaten schon bestand. In Zukunft bekommst Du dann eine höhere BAföG-Förderung.

Dein Einkommen wird höher und Du solltest weniger BAföG bekommen? Dies geschieht ab dem Monat, ab dem Dein Einkommen sich erhöht hat (somit könnte es sein, dass Du dem BAföG-Amt Geld zurĂŒckzahlen musst).

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