Studenten und die Krankenversicherung

Studentin informiert sich über gesetzliche und private Krankenversicherung

Studenten und die Krankenversicherung

Lesezeit: 8 minuten

Wenn Du Dich an einer Hochschule oder Universität immatrikulierst, musst Du angeben, bei welcher Krankenversicherung Du bist. Wir zeigen Dir in diesem Artikel, welche Krankenversicherungen es gibt, welche Vorteile die verschiedenen Versicherungen haben und welchen Zuschuss es beim BAföG für die Krankenversicherung gibt.

Welche Krankenversicherungen gibt es für Studenten?

Bis zum 25. Lebensjahr hast Du die Möglichkeit, in der Familienversicherung zu sein. Diese läuft über Deine Eltern oder, wenn Du schon verheiratet bist, über Deinen Partner. Allerdings ist nicht nur Dein 25. Geburtstag die magische Grenze, mit der Du die Familienversicherung verlassen musst. Auch wenn Du mehr als 435€, beim Minijob 450€ im Monat verdienst, kannst Du nicht mehr in der Familienversicherung sein. In den Semesterferien darfst Du mehr verdienen, dafür fragst Du am besten aber nochmal bei Deiner Krankenversicherung nach.

 

Was für Voraussetzungen gibt es für die Familienversicherung?

Ob Du in der Familienversicherung versichert sein kannst, hängt vom Versicherungsstatus Deiner Eltern ab. Sind Deine Eltern beide gesetzlich versichert, dann bist Du bis zu Deinem 25. Geburtstag bei ihnen mitversichert, und zwar in der Familienversicherung. Du musst dann keine Beiträge zahlen. Wenn Du Wehrdienst leistest oder einen Ersatzdienst, wird diese Zeit „hinten dran gehangen“ und der Zeitpunkt, zu dem Du aus der Familienversicherung ausscheidest, verschiebt sich nach hinten.

Wenn nur ein Elternteil gesetzlich versichert ist und das andere privat versichert, dann ist Deine Versicherung in der gesetzlichen Familienversicherung abhängig vom Einkommen des privat versicherten Elternteils. Klingt kompliziert, ist aber ganz einfach. Wir erklären das an einem Beispiel:

Deine Mutter ist privat versichert und verdient mehr als Dein Vater, der gesetzlich versichert ist. Damit bist Du NICHT in der Familienversicherung. Verdient Dein Vater als gesetzlich Versicherter mehr als Deine Mutter, die privat versichert ist, bist Du in der Familienversicherung mitversichert.

Wenn beide Eltern privat versichert sind, bist Du nicht in der Familienversicherung.

Im Zweifel solltest Du immer bei allen deiner Versicherungen anrufen und Deinen genauen Versicherungs-Status und Deine Möglichkeiten erfragen.

Wenn Du Dich an Deiner Hochschule immatrikulierst, musst Du übrigens einen Bescheid vorlegen, dass Du versichert bist.

Sobald Du also mehr Geld verdienen möchtest oder über 25 Jahre alt bist, musst Du die Versicherung wechseln und kannst nicht mehr in der Familienversicherung sein. Übrigens: Die Beiträge zu Versicherungen kannst Du bei Deiner Steuererklärung auch absetzen!!

Statt der Familienversicherung gibt es für Dich 3 Möglichkeiten:Studenten sind unsicher, welche Krankenversicherung sie brauchen, ob die gesetzliche oder die private Krankenversicherung und welche Förderung es beim BAföG dazu gibt. MeinBafög gibt die Erklärung

 

  • die gesetzliche, studentische Krankenversicherung
  • der freiwillige Beitritt in die gesetzliche Krankenversicherung
  • oder der Eintritt in die private Krankenversicherung

 

Zunächst werden wir uns mit der studentischen Krankenversicherung beschäftigen.

 

Die studentische Krankenversicherung

 

Die Voraussetzungen für die Studenten Krankenversicherung, die Du erfüllen musst

Es gibt einige Voraussetzungen, die Du als Student für den Eintritt in die studentische Krankenversicherung erfüllen musst. Die erste Bedingung ist, dass Du das 30. Lebensjahr noch nicht vollendet haben darfst. Dies ist somit ähnlich wie beim BAföG-Anspruch. Außerdem darfst Du das 14. Fachsemester noch nicht überschritten haben und musst an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule als Student immatrikuliert sein.

Wenn Du 30 geworden bist, hast Du noch eine sechsmonatige Übergangszeit. Hier ist Dein Beitrag etwas höher als vorher und liegt bei 96,58€. Nach dieser Übergangszeit steigt der Tarif noch mehr auf 123,30€. Dabei darfst Du allerdings nicht mehr als 945€ verdienen. Aber Achtung: Wenn Du 38 wirst, ist es endgültig vorbei mit der studentischen Krankenversicherung.

Übrigens: Wenn Du in der studentischen Krankenversicherung versichert bist, musst Du auch in der Pflegeversicherung sein. Diese musst Du abschließen für den Fall, dass Du pflegebedürftig wirst, z.B. durch einen Unfall.

 

Wie viel muss ich für die Studenten Krankenversicherung zahlen?

Wie in der gesetzlichen Krankenkasse sind die Beiträge zur studentischen Krankenversicherung im Standardtarif alle gleich. Die Bemessungsgrundlage orientiert sich an dem Bedarf eines Studenten. Der Beitrag für die Krankenversicherung liegt somit bei 75,18€.

Aber hier kommt die BAföG-Förderung ins Spiel!! Denn wenn Du selbst Deine Krankenversicherung zahlst, wirst Du mit dem BAföG noch mehr gefördert. Dein Höchstsatz steigt, da Du noch mehr Geld bekommst und zwar 71€.

Ziehst Du diese Förderung durch BAföG in Höhe von 71€ vom Beitrag der studentischen Krankenversicherung in Höhe von 75,18€ ab, ergibt sich ein Wert von 4,18€. Dies ist der Beitrag, den Du noch zusätzlich aufbringen musst.

 

Beitrag für die Krankenversicherung

75,18€

Förderung durch BAföG

71€

Restwert

4,18€

 

Wie viel muss ich für die Pflegeversicherung zahlen?

 

Auch für die Pflegeversicherung gibt es einen festen Satz, den Studenten zahlen müssen. Der Beitrag liegt bei 15,25€.

Doch auch hier steigt Dein Höchstsatz, da Du mit BAföG höher gefördert wirst. Du bekommst nämlich, wenn Du Deine Pflegeversicherung selbst zahlst, einen weiteren Zuschuss in Höhe von 15€. Dadurch ergibt sich ein Wert von 0,25€, die Du noch selbst aufbringen musst.

 

Beitrag für die Pflegeversicherung

15,25€

Förderung durch BAföG

15€

Restwert

0,25€

 

 

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Die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung

Der Name „freiwillige“ gesetzliche Krankenversicherung wirkt zunächst irreführend. Denn in Deutschland gilt eine Krankenversicherungspflicht. Es ist also verboten und auch bürokratisch sehr kompliziert, NICHT krankenversichert zu sein.

 

Wer braucht denn die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung?

Studenten sind unsicher, welche Krankenversicherung sie brauchen, ob die gesetzliche oder die private Krankenversicherung und welche Förderung es beim BAföG dazu gibt. MeinBafög gibt die ErklärungJeder Student, der nicht die Anforderungen für die studentische Krankenversicherung erfüllt, kann sich für die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung entscheiden. Das bedeutet, wenn Du über 30 Jahre alt bist oder das 14. Fachsemester überschritten hast. Aber auch, wenn Du von Deinem Verdienst her eher als Beschäftigter, Arbeiter, Angestellter oder hauptberuflich Selbstständiger gelten könntest, kannst Du nicht mehr in der studentischen Krankenversicherung sein, sondern bekommst einen Tarif in der freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung.

Wenn Du diese freiwillige Versicherung in der gesetzlichen Krankenkasse wählst, bekommst Du für maximal 6 Monate einen Übergangstarif für Studenten. Bevor wir Dir jetzt die komplizierte Berechnung erklären: Du zahlst in diesem Tarif etwa 103 €, plus einen individuellen Zusatzbeitrag. Dieser ist davon abhängig, welche Zusatzleistungen Deine Krankenkasse anbietet und welche Du gerne in Anspruch nehmen würdest. Für die Pflegeversicherung zahlst Du nochmal zwischen 25 und 30 €.

Wenn die 6 Monate und damit die Übergangszeit vom oben genannten Tarif vorbei ist, erhöht sich der ermäßigte Beitragssatz auf den normalen Beitragssatz. Dieser liegt bei mindestens 140€, plus die Pflegeversicherung in Höhe von 25 – 30€. Der Beitrag, den Du letztendlich zahlst, ist abhängig von der Höhe Deines Einkommens.

 

Was gibt es für Zusatzleistungen in der freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung?

Grundsätzlich hast Du in der freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung nur einen „ganz normalen“ Versicherungsschutz. Teilweise gibt es aber Zusatzleistungen wie z.B. alternative Heilpraktiken, Sportkurse, Ayurveda, homöopathische Medikamente und Praktiken. Oft gibt es auch Bonusprogramme, bei denen Du für die Teilnahme an gewissen Sportprogrammen Extrapunkte und damit Prämien bekommst. Diese Zusatzleistungen und Bonusprogramme sind jedoch von Krankenkasse zu Krankenkasse verschieden.

Du kannst die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung natürlich aufstocken. Dies kannst Du durch private Zusatzversicherungen tun. Eine Zahnzusatzversicherung ist meist sinnvoll, genauso wie eine Auslandskrankenversicherung. Diese solltest Du auf jeden Fall abschließen, wenn Du einen Auslandsaufenthalt planst. Auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist sinnvoll. Bei dieser gibt es als Student oft sehr gute Konditionen.

 

Die private Krankenversicherung für Studenten

Eine weitere Möglichkeit neben der gesetzlichen Krankenversicherung ist die private Studenten Krankenversicherung. Natürlich hat auch diese – genauso wie die gesetzliche Krankenversicherung – einige Vor- und Nachteile.

Private Krankenversicherungen bieten für Studenten oft günstige Tarife an. Diese gibt es meist unabhängig von der Anzahl der Semester, die Du studierst und bis zu einem Alter von 34 Jahren. Wenn Du als Student dann keine Kosten verursachst, Du also nicht zum Arzt gehst, bekommst Du sogar Geld zurück.

Und wir kennen alle die Vorteile, die private Krankenversicherungen bieten: freie Arztwahl, kurze Wartezeiten beim Arzt, etc. Auch speziellere Zusatzleistungen werden von privaten Krankenkassen meist übernommen, z.B. Brillen und Kontaktlinsen, Physiotherapeuten, Heilpraktikerbehandlungen und viele Behandlungen beim Zahnarzt.

Wenn Deine Eltern Beamte sind, lohnt sich die private Krankenversicherung besonders. Denn dann profitierst Du von der Beihilfe, die Deinen Beitrag stark senkt. Beihilfe ist ein Zuschuss für die Angehörigen von Beamten. Du bist Dir damit unsicher? Dann fragst Du am besten Deine Eltern. Allerdings ist diese meist mit dem 25. Lebensjahr nicht mehr verfügbar, wodurch der Beitrag wieder steigt.

 

Die Krankenversicherung als WerkstudentStudenten sind unsicher, welche Krankenversicherung sie brauchen, ob die gesetzliche oder die private Krankenversicherung und welche Förderung es beim BAföG dazu gibt. MeinBafög gibt die Erklärung

Viele Deiner Kommilitonen und vielleicht auch Du selbst, arbeiten als Werkstudenten. Werkstudenten sind neben ihrem Studium noch in einem Unternehmen beschäftigt und gehen meist einer Tätigkeit nach, die zu ihrem Studium passt.

Für Werkstudenten gibt es eine spezielle Regel für die Krankenversicherung. Denn unter bestimmten Voraussetzungen musst Du keine zusätzlichen Abgaben für die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zahlen. Das musst Du normalerweise tun, wenn Du mehr als 450€ verdienst. Doch wenn bei Deiner Tätigkeit als Werkstudent der Schwerpunkt auf Deinem Studium liegt, Du nicht mehr als 20 Stunden wöchentlich arbeitest, dann gilt für Dich die Werkstudentenregel. In den Semesterferien kannst Du allerdings so viel arbeiten, wie Du willst. Dann musst Du nur einen Beitrag zur Rentenversicherung leisten, Deine Krankenversicherung bleibt aber unberührt.